Demonstration

Atomkraftgegner planen Treck nach Berlin

Mit einer Demonstration in Berlin will die bundesweite Anti-Atom-Bewegung drei Wochen vor der Bundestagswahl ihrer Forderung nach Abschaltung aller Kernkraftwerke Nachdruck verleihen. Für 5. September sei eine große Kundgebung am Brandenburger Tor geplant.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Gorleben/Berlin (ddp-nrd/sm) - Bereits am 29. August wollten sich Aktivisten mit Traktoren, Fahrrädern und anderen Fahrzeugen in einem großen Treck in Richtung Hauptstadt auf den Weg machen, teilten Bürgerinitiativen aus Gorleben und anderen Orten am Freitag mit.

Bei der Bundestagswahl werde auch über Laufzeitverlängerungen für die deutschen Kernkraftwerke und womöglich sogar über den Neubau von Reaktoren entschieden, erklärten die Initiativen. Zudem gehe es um die Zukunft des Endlagerstandortes Gorleben. Union und FDP sind für längere AKW-Laufzeiten und eine rasche Wiederaufnahme der Erkundungsarbeiten in Gorleben. SPD, Grüne und Linke wollen an den im Jahr 2000 vereinbarten Laufzeitbegrenzungen festhalten und neben Gorleben auch andere Orte auf ihre Eignung als mögliches Endlager untersuchen lassen.

Der Treck nach Berlin solle auch an einen Höhepunkt des Protestes gegen die Atomanlagen in Gorleben vor 30 Jahren erinnern, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, Wolfgang Ehmke. Im März 1979 waren Hunderte Landwirte mit ihren Traktoren nach Hannover gefahren und dort von rund 100.000 Demonstranten empfangen worden. Der damalige niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) erklärte daraufhin die zunächst geplante atomare Wiederaufarbeitungsanlage in Gorleben für nicht durchsetzbar.

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