Nicht nur Erkundung

Atomkraftgegner: Hälfte der Gorleben-Mittel floss in Endlagerbau

Die Hälfte der Investitionen in Gorleben haben nach Ansicht von Atomkraftgegnern dem Ausbau des Salzstocks zu einem atomaren Endlager gedient. Nach offiziellen Angaben beliefen sich die Kosten für Gorleben bislang auf 1,51 Milliarden Euro.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Gorleben (ddp/red) - "Mindestens die Hälfte der Ausgaben, nämlich 700 bis 800 Millionen Euro, sind bereits in den Ausbau des Endlagers Gorlebens geflossen", sagte der Sprecher der Bürgerinitiative (BI) Lüchow-Dannenberg, Wolfgang Ehmke, am Dienstag.

Die Bürgerinitiative begründet dies mit Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) und der Bundesregierung zu den Kosten des Projekts. Das BfS schätze die Kosten für die Erkundung eines Endlager-Standorts auf 400 bis 500 Millionen Euro. Hinzu kämen die Ausgaben für die Unterhaltung des Bergwerks, die von der Bundesregierung mit rund 240 Millionen Euro beziffert worden seien.

Die Atomkraftgegner vermuten bereits seit längerem, dass im Salzstock "unter dem Deckmantel der Erkundung" ein Endlager errichtet wurde. Das BfS als Betreiber des Bergwerks hat eingeräumt, Gorleben sei größer gebaut worden, als es für eine Erkundung notwendig gewesen wäre.

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