Demonstrationen angekündigt

Atomkraftgegner: Gleich mehrere Castortransporte in 2010

Atomkraftgegner rechnen damit, dass 2010 gleich mehrere Transporte mit hoch radioaktivem Atommüll durch Deutschland rollen. Geplant seien Castortransporte in alle drei zentralen Zwischenlager in Gorleben, Ahaus und Lubmin, erklärte die Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Gorleben (ddp-nrd/red) - Der Sprecher der Initiative, Wolfgang Ehmke, kündigte massenhafte Proteste gegen die Transporte an. "Tausende Demonstranten werden dagegen auf die Straße gehen", sagte er.

Nach Informationen der BI sollen 2010 elf Castorbehälter mit verglasten Abfällen aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague nach Gorleben gebracht werden. Mehrere Hundert Atomfässer mit hoch verstrahltem Atommüll, die ebenfalls aus La Hague sowie aus der Kernforschungsanlage Jülich stammen, würden nach Ahaus transportiert. Zudem habe das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) erst kürzlich die Genehmigung für die Einlagerung von fünf Castorbehältern in das sogenannte Zwischenlager Nord in Greifswald-Lubmin erteilt. Auch in diesem Fall sei 2010 der voraussichtliche Transporttermin.

Kein Castor im Wahljahr 2009

Weil sich die Zulassung eines neuen Transportbehälters verzögert hat, gebe es im Wahljahr 2009 keinen Castortransport nach Gorleben. Gegen den bislang letzten Atommülltransport hatten im vergangenen November im Kreis Lüchow-Dannenberg rund 16 000 Menschen protestiert. "Die Castortransporte sind unverändert ein Reizthema, denn sie symbolisieren das Entsorgungsdilemma", sagte Ehmke.

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