Endlager-Frage ungelöst

Atomkraftgegner fordern Stilllegung der deutschen AKW

Als Konsequenz aus der vorerst gescheiterten Suche nach einem Atommüll-Endlager haben Atomkraftgegner die Stilllegung der deutschen Kernkraftwerke gefordert. "Wer kein sicheres Endlager vorzuweisen hat, darf auch keine Atomkraftwerke betreiben", sagte der Sprecher der Initiative "X-tausendmal quer", Jochen Stay.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Gorleben (ddp/sm) - Laut Medienberichten will die Bundesregierung ihr Vorhaben aufgeben, bis zum Sommer 2009 das weitere Vorgehen in der Endlager-Frage zu klären. Die Union hatte eine Festlegung auf Gorleben als Endlager verlangt. Bundesumweltminister Gabriel lehnt dies ab und will weitere Standorte erkunden lassen.

Bereits alle bisherigen Versuche der Einlagerung von schwach und mittel radioaktivem Atommüll seien "grandios gescheitert", sagte Stay. Das ehemalige DDR-Endlager Morsleben sei einsturzgefährdet, das niedersächsische Versuchsendlager Asse drohe voll Wasser zu laufen.

Vom hoch radioaktiven Müll sei "noch kein einziges Gramm" entsorgt worden, kritisierte Stay. Es gebe kein Konzept, wie der für eine Million Jahre gefährliche Abfall über so unvorstellbar lange Zeiträume sicher gelagert werden könne.

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