"Genosse der Bosse"

Atomkraftgegner befürchten Kurswechsel Schröders in Atompolitik

Die Antiatomkraftinitiative X-tausendmal quer geht davon aus, dass auch der noch amtierende Bundeskanzler Gerhard Schröder bereit ist, mit den Stromkonzernen über eine Laufzeitenverlängerung von Atomkraftwerken zu verhandeln. Schröder sei von jeher "Genosse der Bosse" gewesen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Hamburg (ddp-nrd/sm) - Die Anti-Atomkraftbewegung befürchtet einen möglichen Kurswechsel von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in der Atompolitik. "Wir haben Schröder auch in der Energiepolitik immer als Genosse der Bosse erlebt", sagte der Sprecher der Initiative "X-tausendmal quer", Jochen Stay, am Freitag in Hamburg. Er erwarte, dass Schröder ebenso wie CDU-Chefin Angela Merkel bereit sei, mit den Stromkonzernen über eine Laufzeitverlängerung für die Kernkraftwerke zu verhandeln.

Hintergrund sind angebliche Aussagen Schröders, im Falle einer Fortsetzung der rot-grünen Koalition Änderungen in der Atompolitik vornehmen zu wollen. Von den Grünen erwartet Stay in dieser Frage keine Unterstützung. Diese hätten sich bereits beim so genannten Atomkonsens von Industrie und dem Kanzler "über den Tisch ziehen lassen", sagte er.

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