Areva-Konzern

"Atomic Anne" kritisiert Gerüchte über ihren Weggang

Der französische Atomkonzern Areva strebt nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr für 2010 ein "starkes Wachstum" an. Konzernchefin Lauvergeon war insbesondere darum bemüht, Gerüchte um ihre angebliche Demission zu zerstreuen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Paris (afp/red) - Im vergangenen Jahr ging der Nettogewinn um 6,3 Prozent auf 552 Millionen Euro zurück, wie der Staatskonzern am Donnerstagabend mitteilte. Dieses Jahr sollten sowohl das Ergebnis als auch das Auftragsbuch kräftig zunehmen. Das Unternehmen erwartet, dass es seinen Umsatz um durchschnittlich zwölf Prozent jährlich steigern werde, um 2012 dann zwölf Milliarden Euro zu erreichen.

Konzernchefin Anne Lauvergeon kritisierte die Gerüchte über ihren angeblich bevorstehenden Weggang. "Gerüchte sind die Waffen der Feiglinge", sagte die Ingenieurin im Gespräch mit der Wirtschaftszeitung "Les Echos" vom Freitag. Ganz offensichtlich würden "Pariser Grüppchen" gerade "eine Destabilisierungskampagne" gegen sie fahren. "Sie handeln weder im Interesse Frankreichs noch im Interesse der Atomindustrie", sagte Lauvergeon.

In den vergangenen Monaten hatte es mehrmals geheißen, dass Staatschef Nicolas Sarkozy die Atommanagerin loswerden wolle. Zuletzt berichtete vergangene Woche der Internetdienst Wansquare unter Berufung auf Sarkozys "Umfeld", sie solle binnen Tagen geschasst werden.

Lauvergeon war im Juni 2006 für weitere fünf Jahre an der Spitze des staatlichen Atomriesen bestätigt worden. Die 50-jährige Topmanagerin liegt mit dem neuen Chef des staatlichen Energieriesen EDF, Henri Proglio, über Kreuz, der die 58 französischen Atomreaktoren betreibt. Die auch als "Atomic Anne" bekannte Ingenieurin stand seit 1999 an der Spitze des Atomunternehmens Cogema, das zwei Jahre später in dem neuen Konzern Areva aufging, den sie seitdem führt.

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