Wirtschaftliche Gründe vermutet

Atomgegner fordern Akteneinsicht zur Gorleben-Entscheidung

Atomkraftgegner fordern Einsicht in Akten aus den 70er Jahren, die Aufschluss über die damalige Standortentscheidung für Gorleben als mögliches Endlager für Atommüll geben können. Die Entscheidungskriterien wurden bislang nicht öffentlich bekanntgemacht.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Gorleben (ddp/red) - "Gerade ist die Erkundungslüge aufgeflogen, nun muss auch endlich die Wahrheit ans Licht, warum der damalige CDU-Ministerpräsident Ernst Albrecht auf Gorleben verfiel", verlangte am Sonntag die Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg.

Albrecht hatte Gorleben im Jahr 1977 als Standort für ein nukleares Entsorgungszentrum benannt. Die Kriterien für diese Entscheidung wurden bislang nicht öffentlich bekanntgemacht. Auf eine Anfrage der Opposition im Landtag erklärte die Staatskanzlei in Hannover kürzlich, eine Offenlegung der damaligen Kabinettsakten gefährde die Handlungsfähigkeit der Regierung.

Die Atomkraftgegner vermuten, dass wissenschaftliche Gründe bei der Auswahl Gorlebens nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben. Albrecht habe sich für den Salzstock im Wendland stattdessen wegen seiner Nähe zur damaligen DDR-Grenze und der geringen Bevölkerungsdichte in der Region entschieden.

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