Manöver?

Atomenergie: Gönner fordert "Umstieg im Ausstieg"

Ein neuer Vorschlag in der Diskussion um die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken kommt jetzt von der baden-württembergischen Umweltministerin Tanja Gönner. Ihr Meinung nach sollten die Unternehmen die Hälfte der zusätzlichen Gewinne zur Erforschung der Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien verwenden.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) stellt Bedingungen für die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken. Dem "Spiegel" sagte sie, die Unternehmen sollten die Hälfte der zusätzlich erwirtschafteten Gewinne zur Erforschung der Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien verwenden.

Gönner plädierte damit für einen "Umstieg im Ausstieg". Zudem müssten die Atomkraftwerke ständig weiter an die neuesten Sicherheitsstandards angepasst werden. Um diese Forderungen festzuschreiben, sollte ein neuer Vertrag mit den Energieunternehmen geschlossen werden, der dies "verbindlich regelt", sagte die CDU-Politikerin.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Reinhard Loske, bezeichnete die Vorschlag indes als "durchsichtiges Manöver" mit dem Ziel, den Ausbau von klimafreundlichen Energiealternativen einzudämmen und die Position der großen Energiemonopole zu stärken. Wer den vereinbarten Atomausstieg aufkündigt, bewirke im Ergebnis einen Investitionsstopp für moderne Energietechnik.

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