Umweltbundesamt

Atomausstieg bis 2017 möglich und verantwortbar

Der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, hält die Abschaltung sämtlicher Atomkraftwerke in Deutschland in den kommenden sechs Jahren für möglich und verantwortbar. Zudem rät er Verbrauchern, ihre Marktmacht zu nutzen und zu einem Ökostromanbieter zu wechseln.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Dortmund (dapd/red) - Es gebe große Überkapazitäten in der Stromgewinnung, sagte Flasbarth den Dortmunder "Ruhr Nachrichten" (Freitagausgabe) laut Vorabbericht. Zudem würden zahlreiche Kohle- und Gaskraftwerke neu gebaut. Von einem früheren Ausstieg aus der Atomenergie riet Flasbarth allerdings ab. "Dann wären Probleme bei der Versorgungssicherheit tatsächlich nicht vollständig auszuschließen", sagte er.

Kein Atomstrom aus dem Ausland importieren

Flasbarth widersprach Bedenken, dass Deutschland bei einem Ausstieg bis 2017 auf Atomstrom aus dem Ausland angewiesen sei. Deutschland werde dank neuer Kraftwerke auch dann mehr Strom exportieren als importieren. Wichtige Voraussetzung dafür seien aber Investitionen ins Stromnetz.

Bundesamt rät zum Wechsel zu Ökostrom

Das Umweltbundesamt rät Flasbarth zufolge Verbrauchern, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln. "Als Stromkunde kann ich so meine Marktmacht einsetzen und den Energiemix der Zukunft mitbestimmen", sagte er. Zudem seien die Ökostrom-Anbieter oft sogar billiger als regionale Versorger.

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