Schluss

Atomausstieg: AKW Stade wird abgeschaltet

Noch unbestätigten Meldungen zufolge, will der Energiekonzern E.ON übernächsten Freitag das Atomkraftwerk Stade in Niedersachsen abschalten. Umweltminister Trittin begrüßte des Vorgang bereits. Stade ging Anfang 1972 ans Netz und ist nach Obrigheim der zweitälteste kommerziell genutzte Atomreaktor in Deutschland.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Der vor gut zwei Jahren beschlossene Atomausstieg beginnt am übernächsten Freitag: Wie das Handelsblatt berichtet, will E.ON das niedersächsische Kernkraftwerk Stade dann aus wirtschaftlichen Gründen abschalten.

Mitte November will der Energiekonzern weitere Einzelheiten bekannt geben, der genaue Stilllegungstermin wurde bisher noch nicht bestätigt. Ungeachtet dessen begrüßte Umweltminister Jürgen Trittin die Entscheidung: "Die vom Betreiber zur Begründung der Stilllegung angeführten wirtschaftlichen Gründe belegen, dass die Rahmenbedingungen des Atomausstiegs ihre gewünschte Wirkung entfalten. Erst die Befristung der AKW-Laufzeit führt insbesondere bei älteren Reaktoren zu einer betriebswirtschaftlichen Abwägung zwischen notwendigen Investitionen bei Weiterbetrieb oder vorzeitiger Abschaltung."

Der Rückbau von Stade wird laut Handelsblatt bis 2015 dauern, knapp die Hälfte der 320 Mitarbeiter werden daran beteiligt sein. Stade ging Anfang 1972 ans Netz und ist nach Obrigheim der zweitälteste kommerziell genutzte Atomreaktor in Deutschland.

Weiterführende Links
Das könnte Sie auch interessieren
  • Atomenergie

    Medien: Kommission schlägt Atom-Entsorgungs-Pakt vor

    Bis 2022 soll auch der letzte Atommeiler ausgeschaltet werden. Wo die verstrahlten Überreste der Anlagen verbleiben sollen und wer für die Entsorgung aufkommen soll, steht hingegen noch nicht fest. Ein neuer Vorschlag der Atom-Kommission sieht einen Finanzpakt zwischen den Konzernen und dem Staat vor.

  • Hochspannungsleitung

    Details zu millionenschwerer Kampagne der Atomlobby

    Nach der Veröffentlichung interner Dokumente zu Lobbykampagnen der Atomindustrie haben Politiker und Nichtregierungsorganisationen schärfere Regeln gegen verdeckten Lobbyismus gefordert. Bei der Kampagne ging es um die verlängerten Laufzeiten für Atommeiler.

  • Strompreise

    Trittin: Atomkraft gefährdet Versorgungssicherheit

    Zur Eröffnung des 12. Deutschen Atomrechtssymposiums in Köln äußerte sich Umweltminister Jürgen Trittin erneut zur Endlagerproblematik. Das Auswahlverfahren müsse transparent und nachvollziehbar sein, die Kosten dafür sollten von den Kraftwerksbetreibern übernommen werden. Zudem will Trittin die Aufsicht über die Atomkraftwerke beim Bund konzentrieren.

  • Hochspannungsmasten

    Stade wird im kommenden Herbst abgeschaltet

    Als erstes deutsches Atomkraftwerk wird der Meiler Stade im Herbst 2003 abgeschaltet. Darauf haben sich laut Berliner Zeitung die Betreiber E.ON und Vattenfall geeinigt. Es ist quasi der erste Akt des im Juni 2000 von der rot-grünen Bundesregierung mit den Kraftwerksbetreibern ausgehandelten Atomausstieg.

  • Hochspannungsmasten

    Kompromiss: Obrigheim darf zwei Jahre länger am Netz bleiben (aktualis.)

    Das älteste Atomkraftwerk Deutschlands darf zwei Jahre länger am Netz bleiben als geplant. Auf diesen Kompromiss einigen sich Kanzleramt, Umweltministerium, Wirtschaftministerium und EnBW gestern Abend. Der NABU bezeichnete die Laufzeitverlängerung, die von den Forderungen der EnBW abweicht, als einen "faulen" Kompromiss.

Top