Voll

Atomares Zwischenlager erreicht Kapazitätsgrenze

Die für diesen Herbst sowie Frühjahr 2011 angekündigten Castortransporte ins Zwischenlager Nord nach Lubmin könnten auch die letzten sein. In einem Radiobericht heißt es, die Kapazitäten des Zwischenlagers für Castoren seien danach erschöpft. Für anderen radioaktiven Abfall gilt das nicht.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Lubmin/Schwerin (ddp/red) - Wie NDR 1 Radio MV am Donnerstag unter Berufung auf Innenminister Lorenz Caffier (CDU) berichtete, erreicht das Atommüllzwischenlager bei Greifswald dann seine Aufnahmegrenze für Castoren.

Dort stehen dem Bericht zufolge bislang 65 Behälter aus den ehemaligen DDR-Kernkraftwerken Greifswald und Rheinsberg. Im Herbst sollen per Bahn vier weitere aus der südfranzösischen Wiederaufbereitungsanlage Cadarache hinzukommen. Bei dem Müll handele es sich um Brennelemente aus einem Forschungsreaktor in Karlsruhe und des Forschungsschiffs "Otto Hahn" im schleswig-holsteinischen Geesthacht.

Eine Wiederaufbereitung in Frankreich sei nicht gelungen, jetzt müssten die Brennelemente wie vereinbart zurück nach Deutschland, teilte die bundeseigenen Energiewerke Nord, die das Zwischenlager in Lubmin betreiben, laut NDR mit. Eine Genehmigung des Bundesamtes für Strahlenschutz dafür liege längst vor, sagte ein Sprecher. Voraussichtlich im Frühjahr 2011 folgten fünf Behälter aus Karlsruhe. Dann hat das Zwischenlager dem Bericht zufolge seine maximale Aufnahmegrenze von 74 Castoren erreicht.

Für weitere Transporte müsste es neue Genehmigungen des Bundes und neue Bauten geben, sagte Caffier dem Radiosender. Anderen radioaktiven Abfall kann Lubmin weiter einlagern. In Lubmin sollte ursprünglich nur strahlendes Material aus den einstigen ostdeutschen Kernkraftwerken in Greifswald und Rheinsberg zwischengelagert werden.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Atommüll

    Atommüll-Endlagersuche: Alles auf Anfang

    Ein halbes Jahrhundert nach Inbetriebnahme des ersten Kernkraftwerks gibt es jetzt einen parteiübergreifenden Minimalkonsens für die Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll. Bund und Länder einigten sich am Dienstag in Berlin tatsächlich auf ein Standortsuchgesetz.

  • Hochspannungsleitung

    EnBW bereitet Abriss ausgedienter Atommeiler vor

    Gut 14 Monate nach ihrer Stilllegung bereitet der Energiekonzern EnBW den Rückbau ausgedienter Atommeiler vor. "In Kürze" werde das Unternehmen damit beginnen, die Zellenkühltürme von Block I des Kernkraftwerks Neckarwestheim bei Heilbronn zu demontieren. Zudem gehen die Arbeiten in Philippsburg und Obrigheim weiter.

  • Strompreise

    Bundesregierung setzt auf Kernfusionsforschung

    Trotz explodierender Kosten hält die Bundesregierung an der Kernfusionsforschung fest. Die EU-Kommission will über den ITER-Reaktor, der in Südfrankreich entstehen soll, beraten. Die Kosten für den Kernfusionsreaktor werden auf über 7,2 Milliarden Euro geschätzt.

  • Stromnetz Ausbau

    Bundesamt genehmigt Castortransport nach Gorleben

    Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat den Transport von elf Behältern mit hoch radioaktiven Abfällen nach Gorleben genehmigt. Wann die Castoren nach Gorleben kommen, ist noch unklar. Atomkraftgegner rechnen mit einem Transport im Herbst. Das wird jedoch nicht der letzte Transport aus La Hague sein.

  • Strom sparen

    Bau der Ostseepipeline offiziell gestartet

    Mit einem Festakt ist am Freitag bei Wyborg in Russland der offizielle Start für den Bau der deutsch-russischen Ostseepipeline gefeiert worden. Vor rund 200 geladenen Gästen würdigte Russlands Präsident Medwedew das Gemeinschaftsprojekt als Zeichen einer neuen Qualität der Beziehungen zwischen Westeuropa und Russland.

Top