Für Kommunen

Atlas soll Potenziale für Ökostrom-Ausbau darlegen

Kommunen im Südwesten bekommen mehr Unterstützung des Umweltministeriums beim Bau von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien. Das Ministerium gab bei der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) die Erstellung eines sogenannten Potenzialatlanten erneuerbare Energien in Auftrag.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (dapd/red) - Das teilte das Umweltministerium am Mittwoch in Stuttgart mit. Die oppositionelle CDU und der Naturschutzbund BUND kritisierten, dass das Thema Energieeffizienz nicht berücksichtigt werde.

Dem Ministerium zufolge soll der Atlas vor allem aufzeigen, welche Flächen einer Kommune sich generell für die Erzeugung von Ökostrom eignen und wie viel Strom auf den Flächen erzeugt werden kann. Zudem solle ermittelt werden, welchen Anteil dieser am gesamten Strombedarf der jeweiligen Kommune decken könne. "Wir brauchen das Engagement von Städten und Gemeinden, damit die Energiewende gelingen kann", betonte Umweltminister Franz Untersteller (Grüne).

Energieeffizienz komme zu kurz

Mit dem Atlas werde Städten und Gemeinden ein Werkzeug an die Hand gegeben, um Möglichkeiten und Fortschritte beim Ausbau der erneuerbaren Energien zu dokumentieren, zu bilanzieren und fortzuschreiben. Damit liefere der Potenzialatlas einen guten Überblick über die Situation im Land, erklärte Untersteller. Die Ergebnisse sollen ab Ende des Jahres schrittweise im Internet veröffentlicht werden.

Der Naturschutzbund BUND sprach von einer "wichtigen Handreichung für die Kommunalverwaltungen und die Bürger". Allerdings fehle im Potenzialatlas in seiner geplanten Form ein wesentlicher Aspekt, die Energieeffizienz, sagte Landesgeschäftsführer Berthold Frieß. Der Atlas müsse in einer nächsten Stufe das Thema berücksichtigen und Effizienzpotenziale für Kommunen in Baden-Württemberg aufzeigen.

Auch die Kraft-Wärme-Kopplung sei wesentlich

Der Energieexperte der CDU im baden-württembergischen Landtag, Paul Nemeth, sagte, die Landesregierung sei mit dem Atlas "auf dem richtigen Weg, muss die Kommunen aber noch stärker bei der Energiewende unterstützen". Denn für das Gelingen der Energiewende sei nicht nur der Ausbau der erneuerbaren Energien entscheidend, sondern auch die Themen Energieeffizienz und Kraft-Wärme-Kopplung, die gemeinsame Erzeugung von Strom und Wärme. "Hier lässt die Landesregierung die Kommunen im Regen stehen", beklagte Nemeth.

Photovoltaik-Rechner zeigt Potenzial für Sonnenstrom

Wer den Schritt in eine grüne Energieversorgung mittels Photovoltaik erwägt, muss die individuelle Rentabilität einer Solaranlage abschätzen können. Der kostenfreie Photovoltaik-Rechner von Strom-Magazin.de ist ein nützliches Tool, um bereits im Vorfeld den Nutzen einer Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Dach zu beurteilen.

Mit den grundlegenden Informationen zum Strombedarf und den Voraussetzungen des Daches kann der Photovoltaik-Rechner schnell ermitteln, ob sich eine Photovoltaik-Anlage positiv auf die Energiekosten auswirken würde. Außerdem listet er alle wichtigen Daten auf, wie zum Beispiel die zu erwartende staatliche Vergütung, falls Strom ins öffentliche Netz eingespeist werden kann. Auf einen Blick fasst er die mögliche Ersparnis einer solchen Anlage zusammen.

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