"Tuttu Italia" ohne Strom

Atel: Ursache nicht in der Schweiz

Der Schweizer Stromversorger Atel und die ETRANS, die Koordinatorin des schweizerischen Übertragungsnetzes, haben mittlerweile klargestellt, dass die Ursache für den italienischen Blackout nicht in der Schweiz zu suchen sei. Vielmehr habe man auf italienischer Seite nicht oder zu langsam auf Warnungen reagiert.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Mit Schuldzuweisungen ist man vorsichtig, doch ungeachtet dessen hat der Schweizer Stromversorger Atel mittlerweile klargestellt, dass der kurzfristige Ausfall einer 380kV-Leitung von Mettlen nach Lavorgo nicht der Grund für den italienischen Blackout gewesen ist. Wie gestern berichtet, saßen am Sonntag 57 Millionen Menschen im Dunkeln - von Südtirol bis Sizilien gingen die Lichter aus. Die Zahl der Todesopfer wurde derweil auf fünf angehoben.

Der Unterbruch einer solchen Leitung, so Atel, sei kein außergewöhnliches Ereignis und könne aufgefangen werden. Der Überschlag auf einen Baum bei Brunnen im Kanton Schwyz habe somit den Blackout in Italien auch nicht verursacht. Gleicher Meinung ist die ETRANS, die Koordinatorin des schweizerischen Übertragungsnetzes.

Die Experten von Atel und ETRANS bekräftigen, dass nach der automatischen Abschaltung der Lukmanier-Leitung um 3.01 Uhr in der Nacht von Samstag auf Sonntag sofort alle notwendigen und vorgesehenen Maßnahmen ergriffen wurden. So sei auch der italienische Netzbetreiber von ETRANS unverzüglich informiert und aufgefordert worden, seine Produktionsleistung hochzufahren.

Eine Reaktion auf italienischer Seite aber erfolgte laut Atel nicht - "oder nicht genügend schnell". Die Folge seien kaskadenartige Leitungsausfälle in Italien und an der Grenze gewesen. Aus Sicht von Atel sei es jetzt notwendig, dass die Ereignisse in Italien genau untersucht würden. Dem italienischen Netzbetreiber helfe man gerne bei der Suche nach den eigentlichen Ursachen des Netzausfalls.

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