Atel: Erfolgreiches Semester

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
Die Unternehmensgruppe Aare-Tessin AG für Elektrizität (Atel) hat ihre Umsatz- und Gewinnerwartungen im ersten Semester deutlich übertroffen. Der konsolidierte Nettoumsatz stieg um 12 Prozent auf 1,030 Milliarden CHF, und der Gruppengewinn erhöhte sich um 36 Millionen CHF auf 86 Millionen CHF. Mit der Beteiligung an der Frankfurter Energiebörse und am skandinavischen Derivat-Spezialisten Energipartner AS sowie dem Joint-Venture mit den Stadtwerken von Mailand, Rom und Turin hat die Atel-Gruppe ihre Position im europäischen Energiehandel weiter gefestigt. Der Energieabsatz der Gruppe stieg in den ersten sechs Monaten um 13 Prozent auf 1,565 Milliarden kWh. Dieser Zuwachs ist vor allem auf das europäische Stromhandelsgeschäft zurückzuführen.


Atel hat das Energieservicegeschäft im ersten Semster 2000 zum zweiten Standbein ausgebaut. Mit dem Erwerb der Ascom Installationen AG sowie der Firmen Bornet Chevallier SA, Mauerhofer+Zuber SA und Elektro Ehrat AG hat sich die Atel Installationstechnik verstärkt. Mit der Übernahme der deutschen GAH-Gruppe per 1.1.2000 nähert sich das Segment Energieservice auch umsatzmäßig der Bedeutung des Segmentes Energie. Weil die GAH im Juli 2000 rückwirkend übernommen wurde, ist das Unternehmen im vorliegenden Semesterabschluss nicht enthalten.


Aufgrund der Saisonalität des Energiegeschäfts werden die Ergebnisse des zweiten Semesters kaum an das hohe Niveau des ersten Semesters anknüpfen können. Dank des positiven Verlaufs in den ersten sechs Monaten, werden die für das Geschäftsjahr 2000 gesetzten Ziele und die Vorjahresergebnisse aus heutiger Sicht übertroffen. Nach wie vor schwierig seien die politischen Rahmenbedingungen für Elektrizitätsunternehmen in der Schweiz. Zwar hätte der Nationalrat im Frühling die Beratung des Elektrizitätsmarktgesetzes (EMG) aufgenommen. Wegen der Verknüpfung des EMGs mit den Energiebesteuerungsvorlagen trat der Ständerat aber im Sommer nicht auf das Gesetz ein. Während die Gesetzgeber in den Nachbarstaaten die für die Öffnung ihrer Elektrizitätsmärkte notwendigen Bedingungen schaffen, tue sich die schweizerische Politik schwer mit der Deregulierung des Marktes. Atel erachtet eine rasche Strommarktöffnung, eine kostengünstige, Europakompatible Netzorganisation sowie die Durchsetzung des diskriminierungsfreien Durchleitungsanspruchs bis zum Endkunden als wesentliche Voraussetzungen zur langfristigen Sicherung der Stromproduktion und der damit verbundenen Arbeitsplätze. Auch stehe Atel den drei am 24. September 2000 zur Abstimmung gelangenden Energiebesteuerungsvorlagen skeptisch gegenüber und lehnt diese ab. Produktion und Verbrauch von Strom seien in der Schweiz bereits heute mit sehr hohen Steuern und Abgaben belegt.

Das könnte Sie auch interessieren
Top