Aufklärung

Asse-Untersuchungsausschuss befragt Ex-Umweltminister

Mit der Befragung des früheren niedersächsischen Umweltministers Jüttner setzt der Parlamentarische Untersuchungsausschuss zum Atommülllager Asse am Donnerstag in Hannover seine Arbeit fort. Jüttner wird darlegen müssen, was er wann gewusst hat.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (ddp/red) - Jüttner, der seit 2005 SPD-Fraktionschef im Landtag ist, soll dazu beitragen, die Vorgänge in dem maroden Bergwerk bei Wolfenbüttel aufzuklären. Der SPD-Politiker war von 1998 bis 2003 Umweltminister in Niedersachsen.

Im Atommülllager Asse lagern 126.000 Fässer mit Atommüll. Wegen unkontrollierten Wasserzuflusses ist der Salzstock einsturzgefährdet.

Die Obleute der Regierungsfraktionen im Untersuchungsausschuss, Langspecht und Försterling, sagten am Mittwoch in Hannover, Jüttner müsse bei seiner Befragung darstellen, was er zu welchem Zeitpunkt gewusst habe und welche Initiativen er ergriffen habe.

Sie kritisierten: "Es stellt sich die Frage, ob er nicht bewusst die Augen vor den Missständen in der Asse verschlossen hat." Eine Sichtung der Akten lege diese Vermutung zumindest nahe.

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