Parallelen

Asse-Pannen: Umweltschützer fordern Konsequenzen für Gorleben

Nach Ansicht von Atomkraftgegnern müssen die Pannen im Atommülllager Asse Konsequenzen für den Endlagerstandort Gorleben haben. Trotz Unterschiede der ehemaligen Kaligrube Asse und dem Erkundungsbergwerk drängten sich Parallelen auf.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Gorleben/Wolfenbüttel (ddp/sm) - "Jahrelang galt die Asse als Pilotprojekt für Gorleben", sagte Wolfgang Ehmke, Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Geowissenschaftler, die sich für Gorleben starkmachten, hätten auch der Asse "wider besseres Wissen einen Persilschein in punkto Standsicherheit und Trockenheit ausgestellt".

Umweltschützer bemängeln seit Jahren, dass der Salzstock Gorleben nicht ausreichend gegen Wasserzuflüsse abgeschirmt sei. Das sogenannte Deckgebirge aus Ton sei nicht dick genug. "Der nächste GAU droht in Gorleben", sagte Ehmke. "Aus Asse lernen heißt, auf Gorleben zu verzichten."

Der Salzstock Gorleben wird seit den 1970er Jahren auf seine Eignung als Endlager für hoch radioaktiven Müll untersucht. Seit 2000 gilt ein auf höchstens zehn Jahre befristetes Moratorium. Während Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) auch andere Standorte prüfen will, fordern Union, FDP sowie die Energiewirtschaft, dass Gorleben zügig zu Ende erkundet wird.

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