Maßnahmen

Asse-Betreiber und Bürgerinitiativen im Streit

Nach den neuen Schäden in der Asse streiten sich Betreiber und Bürgerinitiativen über Konsequenzen. Ein Sprecher des BfS bezeichnete die eingeleiteten Maßnahmen als "atomrechtlich und fachlich zwingend geboten". Dagegen komme die von den Initiativen geforderte schnelle Räumung der Einlagerungskammer 7 "einem Rechtsbruch gleich".

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Salzgitter/Wolfenbüttel (ddp-nrd/red) - Am Mittwoch hatte das Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) gemeldet, dass von der Decke dieser Kammer lose Gesteinsbrocken auf eingelagerte Atommüllfässer stürzen könnten. Gleichzeitig kündigte die Behörde an, die Fässer mit einer Schicht aus Salzgrus abzudecken, damit diese bei einem Abbrechen von Salzgestein nicht beschädigt würden.

Die Anti-Atom-Initiative "ausgestrahlt" kritisierte daraufhin, damit sollten "unter dem Deckmäntelchen einer akuten Gefahr" in der Asse erneut Fakten geschaffen werden. Anstatt Salz einzublasen und so eine Rückholung des Atommülls extrem zu erschweren, müsse die Kammer schnellstmöglich leergeräumt werden. Die Rückholung der Abfälle gilt als eine mögliche Variante für die Schließung des Lagers Asse.

In einem Schreiben an Atomkraftgegner verwahrt sich BfS-Sprecher Florian Emrich gegen den Vorwurf, §eine Gefahrensituation bloß zu initiieren, obwohl keine Gefahr vorliegt". Eine Rückholung der Atommüllfässer bleibe auch dann möglich, wenn sie zum Schutz mit Salzgrus bedeckt würden. Dagegen würde eine Bergung beim Einsatz anderer Materialien, wie zum Beispiel Beton, erschwert.

"Deshalb scheidet ein solcher Stoff als Gefahrenabwehr aus", erklärte Emrich. Die von den Initiativen verlangte sofortige Räumung der Kammer sei rechtlich nicht möglich. Bedingung für die Schließung eines Endlagers "egal nach welcher Schließungsoption" sei ein Planfeststellungsverfahren.

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