Probebohrungen

Argentinien will UN im Streit um Falkland-Öl einschalten

Im Streit um britische Ölbohrungen vor den Falkland-Inseln hat Argentinien ein Einschreiten der UN verlangt. Der argentinische Außenminister ist dazu mit Generalsekretär Ban zusammengetroffen. Am Donnerstag kündigte ein weiterer Energiekonzern an, Ende des Jahres eigene Probebohrungen zu starten.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

New York (afp/red) - Außenminister Jorge Taiana forderte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bei einem Treffen am Mittwoch in New York auf, in London auf einen Verzicht auf "weitere einseitige Aktionen" zu dringen. In Buenos Aires demonstrierten Veteranen des Falkland-Krieges für die Zugehörigkeit der Inseln zu Argentinien.

Ein britisches Unternehmen hatte Anfang der Woche eine Öl-Probebohrung in der Nähe der Falkland-Inseln begonnen und damit den Streit über die knapp 500 Kilometer vor der argentinischen Küste im Atlantik liegende Inselgruppe wieder angeheizt. Die Bohrungen seien "eindeutig illegal", sagte Taiana.

Ban müsse Großbritannien dazu bringen, die verschiedenen Resolutionen der UN-Generalversammlung und des UN-Komitees zur Entkolonialisierung zu befolgen, verlangte der Außenminister. Außerdem solle der UN-Generalsekretär in London darauf dringen, Verhandlungen über den Status der 1833 von den Briten eroberten Inseln aufzunehmen. "Argentinien ist bereit für diesen Dialog", sagte Taiana.

Der britische UN-Botschafter Mark Lyall Grant erklärte in New York, sein Land habe keine Zweifel an der Zugehörigkeit der Inseln zu Großbritannien. Das Recht der Falkland-Inseln, die Ölförderung in ihren Hoheitsgewässern zu entwickeln, sei ebenfalls unstrittig. "Wir unterstützen diese legitimen Geschäfte auf dem Gebiet der Falkland-Inseln", sagte Grant.

In der argentinische Hauptstadt Buenos Aires gingen am Mittwoch Veteranen des Falkland-Krieges auf die Straße, um die Inseln für ihr Land zu reklamieren. "Die Falkland-Inseln sind argentinisch", stand auf den Schildern geschrieben, die Demonstranten vor dem Kongress und Regierungssitz hochhielten.

Wann der Streit um die Inseln begann

Der Falkland-Krieg begann im April 1982, als ein argentinisches Expeditionskorps die Inseln besetzte. Nach zehnwöchigem Kampf gegen die britische Armee kapitulierte die damalige argentinische Militärjunta. Im Falkland-Krieg starben auf beiden Seiten insgesamt mehr als 900 Menschen.

Ein militärisches Vorgehen gegen die britische Ölsuche hat die argentinische Regierung wiederholt ausgeschlossen. Staatschefin Cristina Kirchner ordnete allerdings an, dass Schiffe, die durch argentinische Gewässer zu den Falkland-Inseln wollten, eine Sondergenehmigung benötigten. Beim Lateinamerika-Gipfel im mexikanischen Cancún erhielt Argentinien am Dienstag breite Unterstützung für seine Ansprüche auf die Falkland-Inseln.

Die Probebohrungen des britischen Ölunternehmens Desire Petroleum PLC sollen rund 3500 Meter tief reichen und nach etwa 30 Tagen abgeschlossen sein; dann will das Unternehmen nach eigenen Angaben über das weitere Vorgehen informieren. In dem Gebiet werden 60 Milliarden Barrel Erdöl vermutet, wovon allerdings nur ein Teil kommerziell nutzbar sein dürfte.

Der spanisch-argentinische Ölkonzern Repsol YPF kündigte am Donnerstag an, Ende des Jahres eigene Probebohrungen nahe der Falkland-Inseln zu starten. Die Suche nach Öl werde aber in argentinischen Hoheitsgewässern und "weit entfernt" von umstrittenen Seegebieten stattfinden, teilte das Unternehmen mit. An dem Projekt sind den Angaben zufolge auch der brasilianische Ölkonzern Petrobras sowie das argentinische Unternehmen Panamerican Energy beteiligt.

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