Sperrklausel missachtet

Areva wirft Siemens Vertragsbruch vor

Areva will Siemens vor den Schiedsgerichtshof der Internationalen Handelskammer (ICC) bringen. Grund sei das von Siemens geplante Bündnis mit dem russischen Atomkonzern Roatom. Einer Sperrklausel zufolge darf Siemens jedoch bis 2020 nicht in Konkurrenz zu Areva treten.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Paris (red) - Siemens hatte Anfang des Jahres seinen Ausstieg aus dem französischen Gemeinschaftsunternehmen angekündigt. Eine Sperrklausel in dem Vertrag sieht laut Areva vor, dass das Unternehmen bis 2020 nicht in Konkurrenz zum ehemaligen Gemeinschaftsunternehmen treten darf, was durch die Atompartnerschaft von Siemens mit Russland jedoch der Fall.

Siemens will mit Rosatom ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, das neue Atomkraftwerke bauen und bestehende Meiler modernisieren soll. Rosatom will im Bündnis mit Siemens ein Drittel des Weltmarktes für Kernkraftwerke erobern.

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