Vier Milliarden Euro

Areva-Stromübertragungssparte geht an Alstom und Schneider

Die Stromübertragungssparte des französischen Atomkonzerns Areva wird innerhalb Frankreichs an die Konzerne Alstom und Schneider Electric verkauft. Alstom solle zwei Drittel der Tochter Transmission et Distribution (T&D) erhalten und Schneider ein Drittel, teilte Areva am Montagabend in Paris mit.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Paris (afp/red) - Der Verkauf bringt dem staatlichen Atomkonzern demnach 4,09 Milliarden Euro. Für das Unternehmen hatten auch der US-Konzern General Electric und der japanische Toshiba-Konzern Kaufangebote abgegeben.

Areva T&D stellt Systeme und Dienstleistungen im Bereich Stromübertragung bereit. Für das Unternehmen arbeiten 31.000 der 75.000 Beschäftigten von Areva. Es steht für 40 Prozent des Gesamtumsatzes der Gruppe. Alstom übernimmt laut Areva den Bereich Stromübertragung, während Schneider den Vertriebsteil kauft.

Areva-Chefin Anne Lauvergeon war eigentlich gegen den Verkauf des sehr rentablen Bereichs, musste sich aber den Vorgaben des Wirtschaftsministeriums beugen. Nur so erhielt sie die nötige Rückendeckung des Staates, um den Kraftwerksbau als Kerngeschäft von Areva auszubauen. Dazu braucht Areva bis 2012 neun Milliarden Euro.

Geld braucht Areva auch, weil der Konzern noch Siemens bei der gemeinsamen Kraftwerksbautochter Areva NP auszahlen muss. Die Münchner hatten Anfang des Jahres angekündigt, ihren Anteil von 34 Prozent an dem Unternehmen zu verkaufen, in dem beide Firmen gemeinsam den Europäischen Druckwasserreaktor (EPR) entwickelt hatten. Stattdessen will Siemens künftig mit dem russischen Konzern Rosatom zusammenarbeiten.

Das könnte Sie auch interessieren
  • England

    Briten beschließen Garantiepreis für Atomstrom

    Nach einer Pause von fast zwei Jahrzehnten macht sich Großbritannien wieder an den Ausbau der Atomenergie. Der französische Energieriese EDF wird zwei neue Atomreaktoren auf der Insel bauen - und der Staat garantiert einen Mindestpreis für den Atomstrom, ähnlich wie in Deutschland für Ökostrom.

  • Strom sparen

    Fessenheim kann weiterbetrieben werden

    Mit milliardenschweren Maßnahmen müssen die französischen Atomanlagen nach dem Unglück von Fukushima für Katastrophenfälle nachgerüstet werden. Die staatliche Atomaufsicht ASN setzte den Betreibern am Dienstag eine Frist bis zum 30. Juni, um Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit vorzulegen. Für Fessenheim gab es grünes Licht.

  • Hochspannungsleitung

    Frankreichs EPR-Verkauf an Emirate in Schwierigkeiten

    Frankreichs Pläne, zwei Europäische Druckwasserreaktoren (EPR) an die Vereinigten Arabischen Emirate zu verkaufen, stoßen offenbar auf Schwierigkeiten. Die Emirate hätten den geforderten Preis als zu hoch abgelehnt, berichtete die Pariser Wirtschaftszeitung "La Tribune" am Mittwoch.

  • Strompreise

    Neuer EDF-Chef will Führung in Frankreichs Atomindustrie

    Der designierte neue Chef des Energiekonzerns EDF, Henri Proglio, will mit seinem Unternehmen die Führung in Frankreichs Atomindustrie übernehmen. "Die gesamte Branche muss sich hinter EDF einreihen", sagte Proglio der Zeitung "Les Echos" (Montagausgabe).

  • Hochspannungsmasten

    Finnland: Frankreich Schuld an Verzögerung bei Atomreaktor EPR

    Der französische Atomkonzern Areva und der finnische Energieversorger TVO geraten sich über den Bau des weltweit ersten Kernkraftreaktors der dritten Generation immer mehr in die Haare. Die Finnen geben dem französischen Konzern die Schuld an der dreijährigen Verzögerung des Reaktors.

Top