20 Millionen

ares zieht vor Gericht: Millionenforderung an MVV

Es gibt Neuigkeiten von ares: Im Vorfeld der Hauptversammlung der Mannheimer MVV Energie AG wurde bekannt, dass sich der Konzern in einem Rechtsstreit mit dem ehemaligen Berliner Stromanbieter ares befindet, der ausstehende Forderungen in Höhe von 20 Millionen Euro geltend machen will.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin/Mannheim (red) - ares is back ... und will 20 Millionen Euro von der Mannheimer MVV AG, den aktuellen Mehrheitseigner der Stadtwerke Kiel. Die Stadtwerke Kiel gehörten vormals ebenso zur mittlerweile insolventen Tochter des amerikanischen Stromkonzerns TXU Europe wie der Berliner Stromanbieter ares, der im Dezember 2002 zahlungsunfähig wurde.

Einem Bericht der "Welt" zufolge, stützt ares den Anspruch auf den Kaufvertrag, der damals mit den Stadtwerke Kiel geschlossen wurde und wirft MVV-Chef Rudolf Schulten Bilanzierungsfehler vor, weil er die Forderungen von nahezu 20 Millionen Euro in keinem Risikobericht seines Konzerns erwähne. Hintergrund des Streits sind laut "Welt" die im Übernahmevertrag vereinbarten Modalitäten: Damals sollen sich ares und die Stadtwerke Kiel darauf geeinigt haben, dass ein Teil der vereinbarten 60 Millionen als Barzahlung fließt und für den Rest die Schulden übernommen würden. Da dies durch die Insolvenz von TXU Europe verhindert wurde, sollen nun die Mannheimer als neue Eigner einstehen.

Wie das Blatt weiter schreibt, habe das Landgericht Berlin ares bereits 1,9 Millionen Euro plus Zinsen zugesprochen (AZ 90 O 97/03), eine Begleichung der Summe habe aber bisher nicht stattgefunden. Brisant sei das vorallem deshalb, weil MVV-Chef Schulten seinen Aktionären bei der morgigen Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung vorschlagen will, mögliche Verluste aufgrund der Kieler Altlasten jedoch unerwähnt blieben, schreibt "Die Welt".

Dem Vernehmen nach, entscheidet am 13. Juli ein Berliner Gericht.

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