Schöne Bescherung!

ares-Insolvenz: E.ON Bayern und E.DIS beginnen mit Notstromversorgung (aktualis.)

Obwohl der Fortbestand des insolventen Berliner Stromanbieters ares durch eine Vereinbarung mit Cap Vest und der Riva Energie AG gesichert scheint, haben u.a. die E.ON Bayern AG, die Stadtwerke Chemnitz und die E.DIS mit der Notstromversorgung für ares-Kunden in ihrem Netzgebiet begonnen. Das wird für die Kunden erstmal teuer.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Die Insolvenz des Berliner Stromanbieters ares Energie-direkt bleibt für einige Stromkunden wohl doch nicht ohne Folgen: Wie die E.ON Bayern AG heute mitteilte, hat sie heute Nacht die etwa 10 000 ares-Kunden in ihrem Netzgebiet in die Notstromversorgung übernommen. Und auch die Stadtwerke Chemnitz und die Stadtwerke Leipzig haben mit der Ersatzversorgung begonnen. Gegen das Vorgehen der Thüringer TEAG, die ebenfalls die Kunden über eine Notstromversorgung informierte, hatte ares schon vor einigen Tagen eine einstweilige Verfügung erwirkt. Wie die Brandenburger E.DIS jetzt mitteilte, sei jedoch die vom Landgericht Potsdam ausdrücklich geforderte finanzielle Sicherheitsleistung als Voraussetzung für die weitere Belieferung noch immer nicht erbracht worden, weshalb die Einstweilige Verfügung nicht wirksam werden konnte. Deshalb werden die ehemaligen ares-Kunden jetzt wieder von E.DIS versorgt.

ares-Geschäftsführer Sabri Eryigit zeigte sich in einem Telefongespräch mit dem strom magazin von der E.ON-Aktion überrascht: "Mit den meisten Energieversorgern haben wir uns auf eine Verlängerung der Fristen geeinigt, so dass die Kunden weiterhin von uns mit Strom beliefert werden können." Dabei hob er insbesondere die Kooperationsbereitschaft von Vattenfall hervor. E.ON Bayern-Pressesprecher Josef Schönhammer sagte allerdings, dass eine solche Einigung nicht zustande gekommen sei, da ares die vereinbarten Zahlungen nicht geleistet hat. Aus diesem Grund sei ares nicht mehr zur Nutzung der Stromnetze berechtigt, woraus sich die Notstromversorgung ergebe.

Notstromversorgung bedeutet in den meisten Fällen, dass die Kunden drei Monate zu den Konditionen des Allgemeinen Tarifs mit Strom vom Regionalversorger versorgt werden. E.ON Bayern allerdings veranschlagt einen eigenen "Notstromtarif", der etwa 19 Cent pro Kilowattstunde kostet und damit um etwa 50 Prozent teurer als der Allgemeine Tarif ist. In den drei Monaten haben die Kunden die Möglichkeit, sich einen anderen Stromversorger zu suchen, oder aber einen neuen Vertrag mit dem Regionalversorger abzuschließen. In jedem Fall sollten sich die betroffenen Stromkunden schnellstmöglich den Zählerstand notieren, damit die Grenze zwischen ares-Versorgung und Notstromversorgung klar gezogen werden kann.

Wenn die Kunden erstmal in der Notstromversorgung sind, wird es für ares schwierig sein, sie "auszulösen" - egal ob die Notstromversorgung rechtmäßig ist, oder nicht. Klar ist, dass ares selbst durch die beantragte Insolvenz zahlungsunfähig ist, aber mit Cap Vest einen zahlungskräftigen Partner gewonnen hat. So ist davon auszugehen, dass der Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten wird. Jetzt ist der Berliner Stromversorger abhängig von der Kooperation der Netzbetreiber, von denen nach ares-Angaben viele einer Fristenverlängerung zugestimmt haben und weiterhin mit ares zusammenarbeiten. E.ON Bayern und die Stadtwerke Chemnitz tun es offensichtlich nicht, die Leidtragenden sind die Kunden. Sie können entweder die nächsten drei Monate abwarten, was passiert - müssen dann aber in diesem Fall eventuell den teuren Notstrom zahlen, wenn ares sich nicht durchsetzen kann. Oder sie wechseln umgehend zu einem anderen Versorger, etwa best energy oder Yello. Oder aber sie unterschreiben einen neuen Ein-Jahres-Vertrag beim örtlichen Versorger und zahlen dann den regulären Preis an den Regionalversorger.

So oder so - die Zeiten, in denen Strom in Deutschland günstig war, sind vorbei.

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