ares: Ergänzung der GASAG-Pressemitteilung vom 18.7.2000

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
In unserer O-Ton-Reihe veröffentlichen wir die Stellungnahme des Vorstandsvorsitzenden der Berliner ares Energie AG, Andreas Rose, zur Mitteilung der GASAG: "GASAG weist Behauptungen der ares Energie AG zurück", vom 18.7.2000.


"In Ergänzung zur Pressemitteilung der GASAG, in der sie eine Behauptung der ares Energie AG zurückweist, ares wäre bei der Bearbeitung eines Antrages vertröstet worden, möchten wir hiermit gern die Sachverhalte präzisieren. Unsere Äußerung bezüglich der Liberalisierung des Gasmarktes beinhaltete, dass die Verbändevereinbarung Gas als völlig unzureichend zu bezeichnen ist. Wie gegenwärtig sehr treffend in der Tagespresse (z.B. Handelsblatt 19.07.00) beschrieben, erfolgt bis dato bzw. bis zum Stichtag 10. August 2000 keine Umsetzung der EU-weiten Erdgasrichtlinien in Deutschland, vielmehr zweifelt die EU den vom deutschen Gesetzgeber und den Altversorgerverbänden eingeschlagenen Weg als einen realistischen Prozess zur Liberalisierung stark an.


Zur Frage der überregionalen Gaslieferung durch das deutsche Gasnetz werden wir gegen die bestehende unzureichende Regelung (VVI Gas) juristisch vorgehen, sollten nicht in Kürze vernünftige Rahmenbedingungen zur realistischen Abwicklung von Durchleitungen existieren. Da Vorschläge von Seiten des FEDV (Freier Energiedienstleister Verband), welche in Vorbereitung der Verbändevereinbarung Gas gemacht wurden, überhaupt nicht berücksichtigt wurden, werden wir darüber hinaus die angedrohte Klage der EU-Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof gern mit allen Mitteln fordern und unterstützen.


Mit der GASAG verhandeln wir momentan über einen verbesserten Rahmenvertrag zur Versorgung unserer bestehenden Gas- und Wärmekunden in Berlin. Trotz dieses Vertrages streben wir selbstverständlich die Durchleitung durch das Netz der GASAG an, um unsere Einkaufsvorteile bei der Gasbeschaffung optimal in Kundenpreise umsetzen zu können. Sollte uns diese Durchleitung im Einzelfalle verwehrt werden, werden wir auch hier die entsprechenden Schritte einleiten müssen.


Leider müssen wir dazu feststellen, dass uns die fehlende Regulierung auf dem Stromsektor und die Parallelen zum Gasmarkt gezeigt haben, dass die Hinhaltetaktik der Netzbetreiber oftmals nur eine juristische Einigung zulässt."

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