Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen: Primärenergieverbrauch stagnierte im vergangenen Jahr

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
Der Primärenergieverbrauch in Deutschland betrug nach ersten Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen im vergangenen Jahr rund 484 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten. Das entspricht 14.173 Petajoule (1 Million Tonnen SKE entsprechen 29,308 PJ). Das waren lediglich 0,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Diese Entwicklung, so die AG Energiebilanzen, sei hauptsächlich durch zwei gegenläufige Tendenzen beeinflusst worden: Das im Vergleich zum Vorjahr wärmere Jahr einerseits und die sehr günstige konjunkturelle Entwicklung andererseits - die Gesamtwirtschaft wuchs 2000 gegenüber 1999 um rund drei Prozent.



Der Absatzrückgang beim leichten (minus 5,2 Prozent) und beim schweren (minus 8,8 Prozent) Heizöl sich gegenüber den Vorjahren abgeschwächt fortgesetzt. Der Verbrauch von Ottokraftstoff sei auf Grund verringerter Fahrleistungen und sparsamerer Fahrzeuge um 4,3 Prozent gesunken, während der Dieselkraftstoffverbrauch nahezu stagnierte. Insgesamt habe sich der Mineralölverbrauch um 2,4 Prozent auf knapp 187 Millionen Tonnen Steinkohleinheiten vermindert.



Die Entwicklung des Erdgasverbrauchs sei im vergangenen Jahr - wie schon in den Vorjahren - stark von den außergewöhnlich warmen Temperaturen beeinflusst worden. Bei den privaten Haushalten sei der Verbrauch trotz Zunahme erdgasbeheizter Wohnungen leicht gesunken. Im Kraftwerksbereich sei der Erdgaseinsatz deutlich zurückgegangen. Die Industrie verzeichnete konjunkturell bedingt einen höheren Verbrauch. Insgesamt habe der Erdgasverbrauch rund 102 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten betragen.



Der Verbrauch von Steinkohlen sei im Jahr 2000 mit 65,5 Millionen Tonnen Steinkohleinheiten um 1,6 Prozent höher als im Vorjahr gewesen. Ursächlich dafür sei die günstige Konjunktur in der Stahlindustrie gewesen. Der Steinkohleneinsatz in der Elektrizitätswirtschaft blieb annähernd stabil, so die AG Energiebilanzen.



Die Braunkohle habe von allen fossilen Energieträgern am kräftigsten zugelegt und mit 52,6 Millionen Steinkohleinheiten ein Plus von fünf Prozent verbucht. Hier hätten sich die Inbetriebnahme der neuen ostdeutschen Braunkohlenkraftwerke in Lippendorf und Boxberg ausgewirkt. Mehr als 90 Prozent der gesamten Braunkohlenförderung seien zur Stromerzeugung eingesetzt worden.



Die Stromerzeugung der Kernkraftwerke habe sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Letztlich sei der Beitrag der Wasserkraftwerke und vor allem der Windkraftanlagen kräftig gestiegen.

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