Benzinpreise

Aral weist Berichte über Provisions-Preismodell zurück

Der Marktführer am deutschen Tankstellenmarkt, Aral, hat Berichten über künstliche Preistreiberei an den Zapfsäulen widersprochen. Zwar würden derzeit verschiedene Provisionsmodelle getestet, diese dienten jedoch nicht dazu, den Benzinpreis längere Zeit künstlich oben zu halten.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Bochum/Magdeburg (afp/dapd/red) - "Die Behauptung, dass Aral mit der Einführung eines neuen Provisionsmodells höhere Kraftstoffpreise durchsetzen möchte, ist unzutreffend", teilte das Tochterunternehmen des BP-Konzerns am Montag in Bochum mit. Zwar teste Aral derzeit alternative Provisionsmodelle für seine Tankstellenbetreiber, sie sollten jedoch vor allem dazu dienen, die eigenen Tankstellen wettbewerbsfähig zu halten.

Sollen hohe Benzinpreise belohnt werden?

Die "Welt" hatte am Montag unter Berufung auf vertrauliche Unterlagen von den neuen Provisionsplänen berichtet. Demnach sollen die Tankstellenbetreiber eine höhere Provision bekommen, wenn sie Benzin und Diesel nach einer Preiserhöhung über einen möglichst langen Zeitraum teuer verkaufen. Bislang werden Pächter nur nach der Absatzmenge bezahlt. Nach dem neuen Modell könnten sie dem Bericht zufolge bei bestimmen Preishöhen die doppelte Provisionssumme erhalten. "Aral versucht über eine höhere Provisionsbeteiligung für den Pächter, die Benzinpreise nach einer Erhöhung länger oben zu halten. Der Kunde bezahlt durch diese Steuerung mehr als gewöhnlich", zitiert das Blatt einen Pächter.

Aral entgegnete hingegen, mit solchen "nicht marktgerechten" Preisen "unverzüglich" Kunden an Wettbewerber zu verlieren. Auf Anfrage der "Welt" hatte das Unternehmen zuvor eingeräumt, an etwa 250 Tankstellen in Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ab September das neue Provisionsmodell auszutesten. Ein erster Versuch an 25 Tankstellen sei bereits abgeschlossen. "Das Preisniveau hat sich dadurch nicht verändert", zitiert das Blatt einen Unternehmenssprecher.

Sachsen will Preismodell juristisch prüfen lassen

Unterdessen hat Sachsens Ministerpräsident Reiner Haseloff deutliche Kritik an dem möglicherweise beabsichtigten Preismodell des Tankstellenbetreibers geäußert. "Die hohen Benzinpreise sind ohnehin schon eine Belastung für die Autofahrer", sagte der CDU-Politiker am Dienstag. Es sei nicht einzusehen, dass sie zusätzlich noch für höhere Provisionen aufkommen.

Haseloff hält den Vorgang für wettbewerbsrechtlich bedenklich und lässt ihn nach Angaben der Staatskanzlei derzeit auf seine Zulässigkeit hin prüfen. Er zeigte sich überzeugt, dass das Modell scheitern werde. Die Kunden hätten die freie Wahl, wo sie tanken. Einen Ratgeber zum Thema, welche Faktoren die Benzinpreise beeinflussen, finden Sie auf Tarife.de.

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