Preissteigerungen

Aral hat wegen hoher Benzinpreise zu knapsen

Marktführer Aral verdient wegen der hohen Benzinpreise nicht etwa mehr, sondern weniger: Im vergangenen Jahr hat die blau-weiße Tankstellenkette merklich weniger Benzin verkauft als im Jahr zuvor.

Sprit-Preise© Luftbildfotograf / Fotolia.com

Marktführer Aral verdient wegen der hohen Benzinpreise nicht etwa mehr, sondern weniger: Im vergangenen Jahr hat die blau-weiße Tankstellenkette merklich weniger Benzin verkauft als im Jahr zuvor - weil, so Aral-Vorstand Stefan Brok, mehr Bürger auf andere Verkehrsmittel umsteigen und generell weniger Autofahrten unternehmen.

Die Motoren werden besser, und der Bürger verzichtet

Laut Aral sei es dem gesamten Markt nicht besser ergangen. Der Verkauf von Benzin und Diesel an deutschen Tankstellen sei gegenüber dem Vorjahr insgesamt um drei Prozent auf 33,9 Millionen Tonnen gesunken. Auch verbrauchsärmere Motoren hätten neben dem Konsumverzicht und dem Ausweichen auf billigere Tankstellen zu dem Rückgang um rund fünf Prozent beigetragen, den Aral beim Benzin im vergangenen Jahr zu verzeichnen hatte. Der Dieselabsatz habe auf dem Niveau des Vorjahres gelegen.

Niemand verkauft so viel Kaffee zum Mitnehmen

Der Aral-Vorstand wies darauf hin, dass der größte Preistreiber der Staat sei. Der Mineralölkonzern verdiene an einem Liter Sprit lediglich einen bis 1,5 Cent nach Steuern, Vater Staat hingegen rund 80 Cent. Trotz der schlechteren Zahlen habe man in 2012 jedoch die Stellung des Platzhirschen gegenüber Shell, Jet, Esso und Total behaupten können. Immer deutlicher wird, dass der Verkauf von Benzin und Diesel nicht mehr die Haupteinnahmequelle ist: Inzwischen würden 62 Prozent des Umsatzes mit Verkäufen im Shop generiert, so Brok. Alleine 29 Millionen Heißgetränke habe Aral im vergangenen Jahr verkauft - damit ist die Tankstellenkette zu Deutschlands größtem Coffee-to-go-Anbieter aufgestiegen.

Benzinpreis so hoch wie seit zehn Wochen nicht mehr

Passend zu den Aral-Zahlen teilte am Mittwoch der Automobilclub ADAC mit, der Benzinpreis läge mit 1,571 Euro je Liter E10 auf dem höchstem Stand seit zehn Wochen. Das zeige die wöchentliche Auswertung der Kraftstoffpreisdatenbank des Vereins. Etwas geringer fiel der Anstieg bei Diesel aus. Ein Liter koste demnach 1,446 Euro, das entspricht einem Plus von 0,6 Cent. Ausgelöst wurde die Verteuerung des Benzins durch den jüngsten Anstieg des Ölpreises, so der ADAC.

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