Hauptversammlung

Apple will keinen Aktienrückkauf im großen Stil

Apple-Großinvestor Carl Icahn hat dem Management des Handyherstellers vorgeschlagen, zahlreiche Anteilsscheine zurückzukaufen. Da ein großer Teil des Apple-Vermögens jedoch im Ausland liegt, würden darauf hohe Steuern fällig.

Apple

Cupertino (dpa/red) - Der Verwaltungsrat des kalifornischen iPhone-Herstellers empfahl den Aktionären am Freitag in einer Börsenmitteilung, auf der anstehenden Hauptversammlung gegen einen entsprechenden Vorschlag Icahns zu stimmen. Icahn verlangt, dass das Management im laufenden Geschäftsjahr Anteilsscheine im Wert von mindestens 50 Milliarden Dollar (36,4 Mrd Euro) zurückkauft.

Noch mehr Geld soll fließen

Apple hat im vergangenen Geschäftsjahr eigene Aktien im Wert von 23 Milliarden Dollar erworben. Insgesamt will Apple bis 2015 rund 100 Milliarden Dollar an die Anteilseigner ausschütten - neben dem laufenden Aktienrückkauf auch über Dividenden. Der milliardenschwere Großaktionär Icahn trommelt jedoch seit Monaten lautstark immer wieder dafür, dass noch mehr Geld fließt.

Apple-Milliarden liegen im Ausland

Apple-Chef Tim Cook hatte sich zwischenzeitlich schon mit Icahn getroffen, um über dessen Forderungen zu reden. Cook steht unter Druck, weil der Aktienkurs ein Fünftel unter dem Allzeithoch notiert. Ein Rückkauf treibt gewöhnlich den Preis. Allerdings fehlt Cook derzeit das Geld. Denn der Großteil der durchaus vorhandenen Apple-Milliarden liegt im Ausland. Holt Cook das Geld in die USA, muss er zunächst hohe Steuern darauf entrichten.

Gehaltserhöhung für Cook

Cook darf sich unterdessen trotz eines Gewinnrückgangs über eine kleine Gehaltserhöhung freuen. Er bekommt 4,25 Millionen Dollar (3,09 Mio. Euro) nach zuvor 4,17 Millionen Dollar, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Börsenmitteilung hervorgeht. Cook steht seit gut zwei Jahren an der Spitze von Apple. Zu seinem Amtsantritt hatte er rund eine Million Aktien zugesagt bekommen, die über einen Zeitraum von zehn Jahren gewährt werden sollen. Im Sommer wurde ihre Ausgabe allerdings stärker an die Entwicklung des Aktienkurses gebunden.

Gewinne sind geschrumpft

Insgesamt konnte Apple den Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr, das im September endete, um neun Prozent auf 170,9 Milliarden Dollar steigern. Der Gewinn schrumpfte jedoch gleichzeitig um elf Prozent auf 37,0 Milliarden Dollar. Ein Grund war eine stärkere Konkurrenz, etwa durch Samsung. Im Vorjahr hatte Apple noch das beste Ergebnis seiner Firmengeschichte eingefahren.

Apple hatte zum Abschluss des Geschäftsjahres zwar einen durchschlagenden Erfolg mit seinem neuen iPhone 5s, das sich zur Premiere so gut verkaufte wie kein Modell zuvor. Dagegen liefen die Verkäufe des Tablet-Computers iPad und der Mac-Rechner durchwachsen. Im Weihnachtsgeschäft dürfte Apple allerdings mit seinen neuen iPad-Modellen wieder abgeräumt haben.

Quelle: DPA

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