1. Halbjahr

AOK schreibt 110 Millionen Euro Verlust

Bei der AOK kam es im zweiten Quartal des laufenden Jahres zu größeren Verlusten. Obwohl die gesetzliche Krankenversicherung aus dem ersten Quartal noch mit einem Plus von 36 Millionen Euro hervorging, zeigt die Bilanz nun ein deutliches Minus.

Krankenkasse© Marco2811 / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) schreiben rote Zahlen. Im ersten Halbjahr verzeichneten sie nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag) ein Defizit von 110 Millionen Euro. Die Kasse erklärt den Fehlbetrag mit gestiegenen Kosten für Arzneimittel und Krankenhäuser. "Die Ausgaben steigen mit rund vier Prozent viel schneller als die Einnahmen", sagte Martin Litsch vom AOK-Bundesverband im Gespräch mit der Zeitung.

Rote Zahlen bei fast allen gesetzlichen Krankenversicherungen

Schon im ersten Quartal hatten fast alle gesetzlichen Kassen Verluste eingefahren. Die einzigen Ausnahmen waren die AOKen sowie die Knappschaften, die ihren Überschuss bis zur Jahresmitte laut "FAZ" sogar auf 48 Millionen Euro steigern konnten. Die AOKen, die im ersten Quartal noch ein Plus von 36 Millionen Euro erwirtschaftet hatten, gerieten hingegen in den Folgemonaten in einen finanziellen Abwärtstrend. "Dieser rasante Ausgabenanstieg ist auf Dauer nicht finanzierbar", erklärte Interimsvorstand Litsch.

AOK hat milliardenschwere Reserven

Allerdings verfügt die gesetzliche Krankenversicherung über milliardenschwere Reserven. Am Ende des ersten Quartals hatten die Kassen ein Finanzpolster von rund 15,5 Milliarden Euro angehäuft. Die Rücklagen des Gesundheitsfonds, der die Versichertenbeiträge einsammelt und an die Kassen verteilt, summierten sich Ende März auf 9,8 Milliarden Euro.

Quelle: DPA

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