Sicherheitsfrage

Anzeige wegen Panne im Kohlekraftwerk Staudinger

Die Bürgerinitiative "Stopp Staudinger" hat wegen der Hitze-Panne im Lager des Kohlekraftwerkes Staudinger Strafanzeige erstattet. Vor rund zwei Wochen waren im Kohlelager wegen der anhaltenden Sommerhitze "einzelne Glutnester" entstanden, wie es hieß. Der Brandschutz sei ungenügend, so die BI.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Hanau/Großkrotzenburg (ddp/red) - Die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Hanau richtet sich gegen den Darmstädter Regierungspräsidenten, den Kraftwerksbetreiber E.ON und gegen den Katastrophenschutz des Main-Kinzig-Kreises, wie die Bürgerinitiative am Montag in Großkrotzenburg mitteilte. Die Aktivisten monieren, das Regierungspräsidium habe es versäumt, ein sofortiges Betriebsverbot für das Kohlelager zu verhängen, nachdem sich dort bei hohen Temperaturen Kohle entzündet hatte.

Der Vorfall war vor rund zwei Wochen passiert. Eine Sprecherin des Betreibers E.ON hatte erklärt, es handele sich um einzelne Glutnester. Normalerweise werde die Kohle gewässert und regelmäßig umgeschichtet, um dieses Problem zu vermeiden. Dies sei bei der Hitze aber unzureichend geschehen. E.ON entschuldigte sich bei den Anwohnern für die entstandene Geruchsbelästigung.

Auch der Hanauer Oberbürgermeister hatte den Vorfall scharf kritisiert und E.ON vorgeworfen, das Sicherheitskonzept für Staudinger sei untauglich. Der Sprecher der Bürgerinitiative, Winfried Schwab-Posselt, sagte: "Dieses Kohlelager genügt nicht den Anforderungen eines vorbeugenden Brandschutzes. Da weltweit bisher keine Kenntnisse über solch gigantische, geschlossene Kreislager existieren, dürften die Menschen in der Nachbarschaft nicht zu Versuchskaninchen für gefährliche E.ON-Experimente degradiert werden."

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