Gegenseitige Belieferung

Antwort auf Gaskrise: EU will Gasnetze ausbauen

Die Europäische Kommission will laut einem "Handelsblatt"-Bericht 3,5 Milliarden Euro in das europäische Energieleitungsnetz investieren. Dies gehe aus einem Kommissionpapier hervor, das in der kommenden Woche in Brüssel vorgestellt werden solle, berichtet die Zeitung am Donnerstag.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (AFP/ddp/sm) - Damit zieht die EU-Behörde Konsequenzen aus der russisch-ukrainischen Gaskrise. Nach mehr als zweiwöchiger Unterbrechung fließt seit Dienstag wieder Gas von Russland über die Ukraine nach Westeuropa. Zahlreiche, vor allem osteuropäische Länder waren zuvor tagelang von der Versorgung mit russischem Gas abgeschnitten gewesen.

"Diese Verwundbarkeit muss man schnell abstellen", hieß es laut "Handelsblatt" aus Kommissionkreisen. Die EU plane deshalb die nationalen Leitungsnetze nun besser zu verbinden. Die Mitgliedsstaaten müssten im Falle einer erneuten Versorgungskrise in der Lage sein, sich gegenseitig zu beliefern, hieß es demnach aus dem Umfeld von Kommissionspräsident José Manuel Barroso.

Konkret plant die EU-Behörde Investitionen in die Gas- und Stromverbindungen zwischen Skandinavien, Polen und dem Baltikum. Davon könnte auch die geplanten Ostsee-Pipeline profitieren, hieß es in Brüssel.

Die EU-Mitgliedstaaten beziehen rund 40 Prozent ihres importierten Gases aus Russland. Rund 80 Prozent werden über die Ukraine geliefert.

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