3700 Seiten

Antragsunterlagen für Ostseepipeline werden veröffentlicht

Die Antragsunterlagen für den Bau der geplanten Ostseepipeline von Russland nach Deutschland werden ab 17. März öffentlich ausgelegt. Sowohl Behörden als auch Bürger und Interessengruppen können bis Mitte April Stellung zu den Papieren beziehen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Lubmin (ddp/sm) - Bis zum 16. April könnten die Projektunterlagen für die Trassenverlegung durch den 81 Kilometer langen Abschnitt vor der deutschen Küste in mehreren Einrichtungen eingesehen werden, teilte die Nord Stream AG als Betreiber am Donnerstag mit. Dazu gehörten auch die Pläne zum Bau der geplanten Anlandestation in Lubmin.

Insgesamt umfassen die neun Antragsordner rund 3700 Seiten mit Vorhabensbeschreibungen, technischen Erläuterungen, Umweltverträglichkeitsstudien und landschaftspflegerischen Begleitplänen. Stellungnahmen, Anregungen und Hinweise zum Vorhaben können sowohl Behörden als auch Interessengruppen und Bürger einreichen. Die Unterlagen werden beim Bauamt Lubmin, dem Bergamt Stralsund, dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg und Rostock sowie auf der BSH-Internetseite verfügbar sein.

Für wissenschaftliche Umweltuntersuchungen und Routenplanungen habe Nord Stream bislang mehr als 100 Millionen Euro investiert, sagte Projektmanager Jens Lange. Den Plänen zufolge soll die Verlegung der Pipeline durch den Greifswalder Bodden im Mai 2010 nach der Frühjahrsheringssaison beginnen. Die Arbeiten sollen Ende 2010 abgeschlossen sein.

Die Nord Stream AG plant den Bau einer zweisträngigen Erdgaspipeline durch die Ostsee vom russischen Vyborg bei Petersburg nach Lubmin. Die Kosten für die 1220 Kilometer lange Trasse belaufen sich auf rund 7,4 Milliarden Euro. Insgesamt sollen jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas durch die beiden Pipelinestränge nach Europa fließen.

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