Energieeffizienz

Anstrengungen beim Energiesparen reichen nicht aus

Für das Energiesparen im Alltag gibt es eine Reihe weiterer Möglichkeiten, die bisher nicht ausgeschöpft wurden. Haushalte und Industrie könnten 40 bis 60 Prozent Strom sparen, ohne dass sich Bürger und Betriebe einschränken müssten. Diese Auffassung vertritt zumindest die Umweltschutzorganisation Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Die Anstrengungen beim Energiesparen reichen noch nicht aus: Deutsche Haushalte und die Industrie unterschätzen nach Meinung der Umweltschutzorganisation BUND die Energiespar-Möglichkeiten im Alltag. 40 bis 60 Prozent Strom ließen sich innerhalb der kommenden Jahrzehnte sparen, ohne dass sich Bürger und Betriebe einschränken müssten, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger am Donnerstag in Berlin. Der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, ergänzte, beim Thema Energieeffizienz werde sich das Gelingen oder Misslingen der Energiewende entscheiden.

Wie das Umweltbundesamt errechnete, könnten zehn Kraftwerke abgeschaltet werden, falls nur noch sparsame Elektrogeräte über die Ladentheke gingen. Dazu sollten etwa Fernseher verpflichtend ein Umweltzeichen nach Vorbild des Blauen Engels bekommen. Der Blaue Engel, der unter anderem vom Umweltbundesamt vergeben wird, setze heute Standards für den Energieverbrauch, der technisch bereits erreicht werden könne, erläuterte Flasbarth.

Vorwurf: Bundesregierung blockiere Stromspar-Maßnahmen

"Die Einsparpotenziale werden erheblich unterschätzt, die Kosten für die Einsparung aber maßlos überschätzt", sagte Weiger. Er wies darauf hin, dass Japan ein Jahr nach dem Atomunglück von Fukushima 20 Prozent Energie weniger verbrauche und Dutzende Atomkraftwerke vom Netz genommen worden seien. Weiger beschuldigte die Bundesregierung, Maßnahmen zum Stromsparen zu blockieren, weil Energiekonzerne von Verschwendung profitierten.

Die Umweltschützer legten einen Sieben-Punkteplan zum Energiesparen vor: Neben mehr Informationen über den Verbrauch schlägt der BUND auch vor, vermehrt Fachleute für "Stromspar-Checks" in Haushalte zu schicken. Bereits jetzt gebe es diese Checks für sozial schwache Haushalte. Hausbesitzern schlug Weiger vor, alte Heizungspumpen gegen neue Energiesparmodelle zu tauschen. Diese Investition rechne sich meist schon nach eineinhalb Jahren durch geringere Stromkosten.

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