Blick über Landesgrenzen Teil 2

Anhaltende Hitze: Italien in der Stromkrise

Die seit Wochen anhaltende Hitze hat in Italien zu aktutem Strommangel geführt. Durch den permanenten Betrieb von Klimaanlagen ist die Kapazität des Stromnetzes von über 55 000 Megawatt weitestgehend erschöpft, in der vergangenen Woche wurde ein Rekord-Verbrauch von 52 000 Megawatt gemessen. Und dass, obwohl die Hitzemonate erst noch bevorstehen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Tageszeitung "Die Welt" berichtete dieser Tage von blockierten Aufzügen, stockfinsteren Tunneln und jeder Menge Eis, das bei 35 Grad im Schatten in wenigen Minuten dahin schmilzt. Der überraschende Stromausfall am vergangenen Donnerstag wird auch nicht der einzige bleiben. Als Grund wird allerorten die missglückte Reform des Stromsektors ausgemacht, bei der die Sicherung einer stabilen Versorgung der Bevölkerung missachtet worden war. Ein Problem mit dem französischen Zulieferer EdF hatte die Situation zusätzlich verschärft.

Die verschärfte aktuelle Situation kann jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass es Italien an Kraftwerken mangelt. Obwohl in dem beliebten Urlaubsland der Strom vergleichseise teuer ist, scheitern Investoren regelmäßig an der Bürokratie und der Unüberschaubarkeit der Zuständigkeiten. Denn in Italien sind einzelne Regionalbehörden für die Energieversorgung zuständig.

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