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Anerkennung von Verlustenergiekosten auf neue Beine gestellt

Die Bundesnetzagentur hat das System der Anerkennung von Verlustenergiekosten auf eine neue Basis gestellt. Damit sollen Schwankungen der Beschaffungspreise besser berücksichtigt werden. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßte prinzipiell die Entscheidung des Regulierers.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin/Bonn (red) - Die Netzagentur erkannte im Rahmen der Ermittlung der Kostenbasis für die Anreizregulierung nur die ihrer Meinung nach effizienten Kosten für die Beschaffung der Verlustenergie an. Auf Grundlage eines Benchmarking legte sie hierfür einen Preis von 44 Euro pro Megawattstunde fest. Jedoch sei dieser Preis teilweise weit übertroffen worden, monierte der VKU.

Der jetzt vorgelegte Vorschlag der Behörde schafft Planungssicherheit ab 2011, allerdings zunächst nur bis zum Ende der ersten Regulierungsperiode Strom (Ende 2013). Es besteht jedoch die erklärte Absicht der Behörde, diese Regelung auch für die zweite Regulierungsperiode fortzusetzen. Da in den Gesprächen mit der Netzagentur keine Einigung über eine rückwirkende Lösung für 2009 und 2010 erzielt werden konnte, haben die beteiligten Verbände durchgesetzt, dass alle bis zum 31. Mai 2010 eingereichten Beschwerden gegen die Ablehnung von Härtefallanträgen bezüglich der Berücksichtigung von Verlustenergiekosten unabhängig vom Beitritt zu der jetzt vorliegenden freiwilligen Selbstverpflichtung weiter verfolgt werden können.

Insgesamt wertet der VKU die vorgelegte Regelung als akzeptablen Kompromiss für die Zukunft, auch wenn bei einzelnen Punkten - wie das für die Berechnung des Referenzpreises zugrunde gelegte Base/Peak-Verhältnis der Börsenpreise - unterschiedliche Auffassungen mit der Netzagentur bestehen blieben. Allein in 2009 seien bei den Verteilnetzbetreibern Verluste in erheblicher finanzieller Größenordnung entstanden. Der VKU empfiehlt seinen Mitgliedern gleichwohl die Teilnahme an dieser freiwilligen Selbstverpflichtung, dies bleibe aber immer die individuelle Entscheidung des einzelnen Unternehmens.

Zum Hintergrund: Unter Verlustenergie versteht man die Differenz zwischen der in ein Netz eingespeisten und der aus einem Netz ausgespeisten Energie. In Stromnetzen entstehen Verluste dadurch, dass die technischen Bestandteile eines Netzes nicht vollkommen verlustfrei funktionieren und so beim Transport zwischen drei und sieben Prozent (je nach Beschaffenheit des Netzes) des Stroms verlorengehen. Die zum Ausgleich dieser Differenz notwendigen Strommengen muss der Netzbetreiber beschaffen.

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