Superzyklus

Analysten rechnen lang anhaltendem Preisboom bei Rohstoffen

Die Rohstoffpreise werden nach Einschätzung der führenden Branchenanalysten noch mindestens zehn Jahre lang ansteigen. Der Grund sei die rasant wachsende Nachfrage, mit der das Angebot nicht Schritt halte, sagten Fachleute der in der Branche wichtigen Häuser dem "Handelsblatt" (Mittwochausgabe).

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Die Experten sprechen bereits von einem Superzyklus. Dieser hatte vor vier Jahren begonnen. Der Rohölpreis, der am Dienstag mit mehr als 63 Dollar je Barrel (159 Liter) bei der Nordseesorte Brent neue Höchststände erreichte, werde im laufenden Zyklus erst bei über 100 Dollar je Barrel sein Hoch erreichen, sagt Jeff Currie von Goldman Sachs. Dadurch würden auch die Preise anderer Energieträger wie Kohle oder Erdgas in die Höhe getrieben.

Fast alle Analysten haben den Aufschwung der Rohstoffpreise unterschätzt, schreibt die Zeitung. Die Prognosen seien immer wieder den gestiegenen Preisen angepasst worden. "Das Risiko liegt nach wie vor in steigenden Preisen", sagt Jim Lennon von der Macquarie Bank, der vor Jahren als einer der ersten den Preisaufschwung prognostiziert hatte. Er habe jetzt seine Prognosen für Kupfer, Aluminium und Eisenerz angehoben. Begründung: die anhaltend starke Nachfrage Chinas und niedrige Bestände.

Großen Nachholbedarf bei den Preisen sehen Analysten dem Bericht zufolge noch bei Agrarrohstoffen. Am Maismarkt könnten die Bestände schon bald ein kritisches Niveau erreichen, sagt Shawn McCambridge von Prudential Financial. Impulse erhalten Rohstoffe wie Zucker und Mais durch eine neue Energiepolitik. So rückt die US-Regierung mit der Verabschiedung eines neuen Energiegesetzes Bioenergie stärker ins Rampenlicht. Bio-Treibstoffe wie Ethanol und Biodiesel sollen künftig dazu beitragen, den Energiebedarf zu decken.

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