Dynamik erwartet

Analyse: Markt für Kraft-Wärme-Kopplung im Aufwind

Derzeit noch auf knapp 1,5 Milliarden US-Dollar beziffert, soll das Umsatzvolumen im Europamarkt für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zwischen 2005 und 2010 im Jahresdurchschnitt um drei Prozent wachsen, lautet das Ergebnis einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt am Main (red) - Der wirtschaftliche Aufschwung, die wieder auflebende Investitionsbereitschaft und Änderungen in den Energiegesetzen bringen derzeit wieder Dynamik in den Europamarkt für Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK-Anlagen). Derzeit noch auf knapp 1,5 Milliarden US-Dollar beziffert, soll das Umsatzvolumen zwischen 2005 und 2010 im Jahresdurchschnitt um drei Prozent wachsen, lautet das Ergebnis einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan.

Die allgemeine globale Konjunkturflaute, Kapazitätsüberschüsse bei der Energieerzeugung und die schwache Nachfrage aufgrund des geringen industriellen Wachstums seien nur einige der Gründe für die rückläufigen Umsatzzahlen der letzten Zeit. Daneben nennt Frost & Sullivan die hohen Gaspreise, die niedrigeren Elektrizitätspreise, keine Preisanreize, Probleme mit der Einbindung in nationale Netze und den historischen Mangel an adäquaten Strukturen. "Die Fähigkeit zur effizienten Verwertung von Abwärme verschafft der Kraft-Wärme-Kopplung einen eindeutigen Vorteil gegenüber konventionellen Stromerzeugungsprozessen, bei denen der Anteil der ungenutzten thermischen Energie erheblich höher liegt", erläutert Rajeev MS, Branchenanalyst bei Frost & Sullivan.

Motiviert durch den Anreiz, die Wärmeenergie zu sparen, die während der Stromerzeugung normalerweise einfach verpufft, würden derzeit diverse Versorgungsbetriebe einen Umstieg von ihren konventionellen Kraftwerken auf KWK-Anlagen planen, heißt es in der Untersuchung der Unternehmensberater. Aus dem wachsenden Bedarf kritischer Branchen an zuverlässiger, qualitativ hochwertiger und unterbrechungsfreier Energieversorgung ergäben sich neue Chancen für die dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung. Die hohe Nachfrage von Seiten der Halbleiter- und Software-Hersteller, Banken, Versicherungsunternehmen und chemischen Verfahrenstechnik werde den Industriesektor voraussichtlich zu einem der dynamischsten Endnutzersegmente der Kraft-Wärme-Kopplung machen.

Aus rechtlicher Perspektive dürfte die neue EU-Direktive zum Thema Kraft-Wärme-Kopplung in den kommenden fünf Jahren für neuen Schwung im Markt sorgen. "Diese innovative Gesetzesinitiative wird zwar keine umfassende Sofortlösung für die derzeitigen Probleme bringen, doch werden in der Folge Branchen- wie institutionelle Grenzen fallen. Davon wird die KWK mit ihrer effizienten Nutzung des Energiepotenzials zweifellos erheblich profitieren", kommentiert Rajeev MS.

Der Report B277 "Frost & Sullivan's Analysis Of The European Cogeneration Equipment Market" ist für 5550 Euro erhältlich.

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