Netzbetreiber

Amprion: Stromnetz stößt an seine Belastungsgrenze

Das Übertragungsnetz für Strom steht immer wieder vor hohen Belastungen. Um eine Überlastung und im schlimmsten Fall den Blackout zu verhindern, musste Netzbetreiber Amprion im vergangenen Winter so viel Geld investieren wie nie zuvor.

Strommast© baptiste_heschung / Pixabay.com

Berlin - Der Stromnetzbetreiber Amprion musste im vergangenen Winter so viel Geld zur Stabilisierung des Netzes aufwenden wie nie zuvor. "Das deutsche Übertragungsnetz ist an seine Belastungsgrenze gestoßen", sagte der technische Geschäftsführer Klaus Kleinekorte am Donnerstag in Berlin. Allein zwischen Dezember 2016 und Februar 2017 habe das Unternehmen mit Sitz in Dortmund mehr als 20 Millionen Euro ausgegeben, um eine Überlastung seines Netzes zu vermeiden. Im gesamten Jahr 2015 seien es 1,5 Millionen Euro gewesen. Wenn Leitungen überlastet sind, droht ein Blackout.

Amprion-Gewinn sinkt – Investitionen sollen 2017 steigen

Amprions Gewinn sank im Jahr 2016 auf 158,1 Millionen Euro, nach 171,3 Millionen im Vorjahr. Der Umsatz stieg zugleich auf knapp 12,8 Milliarden Euro (2016: 12 Milliarden). Als weiteren Grund für den Gewinnrückgang nannte Amprion neben den Ausgleichsmaßnahmen Personalaufbau für den anstehenden Netzausbau. "Wir müssen den Ausbau des Übertragungsnetzes dringend beschleunigen", sagte Kleinekorte. Seine Investitionen will das Unternehmen im laufenden Jahr von 567 Millionen Euro 2016 auf 660 Millionen Euro erhöhen.

Strom muss in den Süden Deutschlands geleitet werden

Amprion ist einer der vier großen Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland und betreibt das Stromnetz in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und in Teilen von Hessen und Bayern. Grund für die hohe Belastung der Netze ist unter anderem, dass in Süddeutschland Atomkraftwerke vom Netz gegangen sind, aber weiter hoher Bedarf herrscht und Strom dorthin gebracht werden muss. Im vergangenen Winter habe der Stromexport in andere europäische Länder die Situation zusätzlich verschärft. In Frankreich seien mehrere Atomkraftwerke außerplanmäßig vom Netz gegangen, zugleich habe in den Alpen-Speicherseen in Österreich und der Schweiz historisch niedriger Wasserstand geherrscht, teilte das Unternehmen mit.

Quelle: DPA

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