Modernisierung des Stromnetzes

Amerika nach dem Stromausfall: Sammelklagen und Großaufträge

Langsam kehrt wieder Normalität in Amerika ein: Nach dem größten Stromausfall in der US-Geschichte Ende vergangener Woche, haben mittlerweile alle betroffenen Haushalte wieder Strom. Doch damit es in naher Zukunft nicht erneut zu einem derart bedrohlichen Zwischenfall kommt, muss das amerikanische Stromnetz jetzt modernisiert werden.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Während das deutsche Stromnetz nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend erneuert wurde, ist das amerikanische Stromnetz veraltet, zudem fehlen Starkstromleitungen. Zeitungsberichten zufolge rechnen viele Experten damit, dass die Regierung in Amerika das System zur Stromerzeugung und -versorgung umfassend modernisieren wird. Dabei sind insbesondere Siemens und die schwedisch-schweizerische ABB zuversichtlich, bei der Auftragsvergabe berücksichtigt zu werden. Es geht um etwa 50 Milliarden Dollar, die laut US-Energieminister Abraham für die Erneuerung des Systems zur Verfügung gestellt werden müssten. Laut "Spiegel" ist die Hälfte davon für den Bau neuer Leitungen und Strommasten veranschlagt, die andere Hälfte betreffe Komponenten zur besseren Kontrolle des Stromflusses. Laut Manager Magazin kann auch E.ON über seine US-Tochter LG&I profitieren.

In Amerika indes hat eine New Yorker Anwaltskanzlei bereits vier Tage nach dem Stromausfall eine Sammelklage gegen den Stromkonzern FirstEnergy eingereicht. Darin wird Schadenersatz für alle Geschädigten gefordert, über die Höhe ist allerdings noch nichts bekannt. Dem Energieversorger wird vorgeworfen, den Stromausfall rücksichtslos verursacht zu haben, weil es kein ausreichendes Warnsystem gegeben hätte. Noch immer ist nicht abschließend geklärt, wo der Auslöser des massiven Black Outs liegt. FirstEnergy wurde jedoch als ein Verdächtiger ausgemacht, hat die alleinige Verantwortung jedoch als Fehlinterpretation zurückgewiesen.

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