Arbeitsstopp

Amazon: Streik vor Weihnachten begonnen

Bei Amazon haben die Mitarbeiter am Standort Bad Hersfeld die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft Verdi hat erneut zum Streik aufgerufen, um den Versandhandel zum Einlenken bei den Tarifbedingungen zu bewegen.

AmazonVor mehr als einem Jahr kam es zu den ersten Streiks bei Amazon.© Amazon

Bad Hersfeld (dpa/red) - Mitten in der Vorweihnachtszeit haben die Mitarbeiter des Versandhändlers Amazon am Standort Bad Hersfeld erneut die Arbeit niedergelegt. Sie folgten damit einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi, am Montag mit dem Beginn der Frühschicht ab Mitternacht zu streiken. Am Montag legten am größten deutschen Standort in Bad Hersfeld 300 Beschäftigte die Arbeit nieder, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte.

Dauer des Streiks ist unbekannt

Der Ausstand soll den ganzen Tag über andauern. Am Dienstag soll in Bad Hersfeld aber wieder normal gearbeitet werden, wie Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke der Deutschen Presse-Agentur sagte. Ob in den nächsten Tagen an anderen Standort zu weiteren Ausständen aufgerufen wird, ließ sie offen. Beobachter rechnen bis Weihnachten mit weiteren Streikwellen der Gewerkschaft.

Druck durch das Weihnachtsgeschäft

Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger erklärte in einer Mitteilung: "Solange Amazon den Beschäftigten den Respekt und Schutz durch Tarifverträge verweigert, werden wir den Druck aufrechterhalten". Mit den Weihnachtsangeboten sei der Arbeitsdruck noch einmal deutlich angestiegen.

Die Gewerkschaft versucht seit mehr als einem Jahr, den Online-Versandhändler mit Streiks zu Tarifverhandlungen zu den Bedingungen des Einzelhandels zu bewegen. Amazon lehnt das jedoch ab und sieht sich selbst als Logistiker. Das Unternehmen beschäftigt an bundesweit neun Standorten mehr als 9.000 Mitarbeiter.

Quelle: DPA

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