Branchendialog

Am Donnerstag in Berlin: Energiegipfel mit Kanzler

Die Chefs der vier größten deutschen Energieversorger werden sich übermorgen mit Bundeskanzler Schröder zu einem Energiegipfel treffen. Dabei geht es um die Sicherung der Kohle, die Einführung des Emissionshandels, die geplante Regulierungsbehörde und die europäische Energiepolitik. Wirtschaftsminister Clement wird dabei sein, Umweltminister Trittin nicht.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Übermorgen wird sich in Bundeskanzler Gerhard Schröder in Berlin mit den Chefs der vier größten deutschen Energieversorger (RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall) zu einer Art "Energiegipfel" treffen. Dabei soll es Medienberichten zufolge um die allgemeine wirtschaftliche Lage und Entwicklung der Branche gehen. Auch die Preissituation am Strommarkt, die Errichtung einer Regulierungsbehörde und der Emissionshandel könnten erörtert werden.

Gleichzeitig werden neuen Vorstandsvorsitzenden die Gelegenheit nutzen, sich dem Bundeskanzler vorzustellen. Während Umweltminister Jürgen Trittin nicht an dem Gespräch teilnehmen wird, sitzt Wirtschaftsminister Clement mit am Tisch. Das Handelsblatt hatte zu Beginn der Woche berichtet, Clement wolle Trittin ausbooten, um die deutsche Kohle weiterhin zu sichern. Während Trittin die erneuerbaren Energien stärker fördern will, plädiert Clement dafür, den traditionellen Energieträgern auch weiterhin einen hohen Stellenwert im "Energiemix der Zukunft" zu geben.

Den Energiemanagern (Roels/RWE, Bernotat/E.ON, Claassen/EnBW und Rauscher/Vattenfall) geht es vorallem auch darum, von Schröder feste Zusagen in puncto Kraftwerksneubau zu bekommen. In den nächsten Jahrzehnten müssen laut Wirtschaftsministerium mehr als 60 Großkraftwerke erneuert werden. Zudem wollen sie bei Schröder darauf dringen, dass die Belastunge bei der Einführung des Emissionshandels so gering wie möglich gehalten werde.

In neusten Berichten heißt es allerding, dass das Treffen nur ein Vorgespräch für eine größere Runde sei und daher keine Weichenstellungen zu erwarten seien.

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