Einigung bis Juli angestrebt

Altmaier plädiert für küstennahes Atom-Zwischenlager

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat angekündigt, bis zur parlamentarischen Verabschiedung des Endlagersuchgesetzes vor der Sommerpause auch die umstrittene Zwischenlager-Frage zu klären. Um die Transportwege so kurz wie möglich zu halten, strebt der Minister einen Standort nahe der Küste an.

Atomenergie© Thomas Bethge / Fotolia.com

Düsseldorf (AFP/red) - "Ich möchte, dass wir uns in allen wesentlichen Fragen vor der Verabschiedung im Bundestag und Bundesrat Anfang Juli geeinigt haben", sagte Altmaier zum Thema Zwischenlager der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Montagsausgabe).

Keine neuen Castoren mehr nach Gorleben

"Das gilt für die strittige Frage des Zwischenlagers der Castor-Behälter", sagte Altmaier weiter. "Und das gilt auch für die Zusammensetzung der Bund-Länder-Kommission, die die Kriterien für die Endlagersuche festlegen wird." Altmaier hatte dem Land Niedersachsen zugesagt, künftig keine Castor-Behälter mehr im Salzstock Gorleben zwischenzulagern. Wo sie statt dessen gelagert werden sollen, ist unter den Bundesländern aber umstritten.

Am liebsten in Norddeutschland

Altmaier plädierte für einen küstennahen Standort in Norddeutschland. "Wir wollen bei den Castoren-Transporten, die ab 2015 anstehen, die Transportwege so kurz wie möglich halten", sagte er. "Da die große Mehrheit der Container auf dem Seeweg transportiert wird, spricht sehr viel dafür, küstennahe Standorte zu suchen."

Quelle: AFP

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