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Alternativ-Bank GLS will Solidarbeitrag einführen

Die GLS will künftig einen Solidarbeitrag von ihren Kunden verlangen, der voraussichtlich fünf Euro pro Monat betragen soll. Gleichzeitig sollen die Dispozinsen weitestgehend entfallen.

Tagesgeld© svort / Fotolia.com

Bochum - Im Kampf gegen anhaltende Probleme durch das Zinstief will die größte deutsche Alternativ-Bank GLS einen Solidarbeitrag von ihren rund 200.000 Kunden verlangen. Ziel sei es, das Geschäftsmodell der Bank auch künftig zu sichern, kündigte Vorstandssprecher Thomas Jorberg am Freitag in Bochum an. Gleichzeitig sollen die Kunden von einer Streichung der Dispozinsen für Überziehungskredite profitieren.

Grundbeitrag soll bei fünf Euro pro Monat liegen

Wenn der geplante Grundbeitrag bei den Mitgliedern eine positive Resonanz finde, könne das Modell Anfang kommenden Jahres dauerhaft starten, sagte Jorberg. Vorgesehen sei ein Monatsbeitrag von fünf Euro, beziehungsweise einem Euro für die Inhaber spezieller Konten für junge Leute. "Wir haben versucht, den Beitrag so zu gestalten, dass jeder das auch bezahlen kann", sagte Jorberg. Die Bank rechne mit jährlichen Mehreinnahmen von etwa acht bis zehn Millionen Euro.

Wegfall der Dispozinsen ab November

Die Senkung der Dispozinsen für Überziehungskredite von bislang 7,3 Prozent auf 0,0 Prozent soll dagegen bereits zum 1. November dieses Jahres wirksam werden. Die Höhe des kostenfreien Überziehungskredits ist allerdings auf maximal drei Monatsgehälter oder höchstens 10.000 Euro begrenzt. Bei einem Anstieg des allgemeinen Zinsniveaus ist auch eine Wiedereinführung der Dispozinsen möglich. Gleichzeitig sind Kosteneinsparungen und eine Erhöhung der Kontoführungsgebühr von zwei Euro auf 3,80 Euro geplant.

"Wir zeigen damit, was einfach Realität geworden ist, dass die Leistung einer Bank nicht mehr überwiegend aus dem Zinsertrag finanziert werden kann", sagte Jorberg.

Quelle: DPA

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