EEG-Novelle

Allianz pro Schiene: Schienenverkehr von EEG-Umlage entlasten

Die "Allianz pro Schiene" forderte die Bundesregierung auf, die Härtefallregelung des Erneuerbare Energien-Gesetzes (EEG) auf die Bahnen auszudehnen. Die EEG-Novelle, die am Mittwoch im Kabinett beraten wird, belastet den elektrisch betriebenen Schienenverkehr nach Berechnungen der Vereinigung mit über 24 Millionen Euro in 2004 und voraussichtlich mit über 31 Millionen Euro in 2008.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

"Die Bundesregierung steuert in einen umweltpolitischen Zielkonflikt: Mit der Förderung der erneuerbaren Energien belastet sie ausgerechnet die umweltfreundlichen Bahnen", kritisierte Dirk Flege, der Geschäftsführer des Schienenbündnisses. Die Härtefallregelung greift bei Unternehmen, deren Stromkosten 15 Prozent der Bruttowertschöpfung entsprechen. Dieser Wert beträgt bei den Bahnen jedoch nur sechs bis sieben Prozent, obwohl sie zu den größten Stromabnehmern in Deutschland gehören. Der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer: "Hier muss das Kabinett eine Sonderregelung für den Schienenverkehr schaffen, sonst erkauft sie sich einen Umweltvorteil mit der Benachteiligung der ökologisch verträglichen Bahnen."

Die Allianz pro Schiene wies darauf hin, dass die Bahnen nicht nur systembedingt das umweltfreundlichste Verkehrsmittel sind, sondern selbst erneuerbare Energien verstärkt nutzen. Der Anteil regenerativer Energien an der Bahnstromversorgung betrug im letzten Jahr 13 Prozent.

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