Objektsicherung

AKW Philippsburg soll Terrorschutz bekommen

Auf dem Gelände des Atomkraftwerks Philippsburg im Landkreis Karlsruhe soll noch in diesem Jahr eine Vernebelungsanlage zum Schutz vor Terrorpiloten installiert werden. Philippsburg wäre dann das dritte deutsche Kernkraftwerk, das einen solchen Terrorschutz erhielte.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (ddp/red) - "Wir werden die Genehmigung dafür voraussichtlich Anfang April erteilen", sagte ein Sprecher des baden-württembergischen Umweltministeriums den "Stuttgarter Nachrichten" (Montagsausgabe). Die Anlage soll spätestens Anfang kommenden Jahres einsatzbereit sein.

Dem Bericht zufolge ist Philippsburg bundesweit das dritte und bislang größte Kernkraftwerk, das einen derartigen Terrorschutz erhalten soll. Bisher hätten nur die Reaktoren im niedersächsischen Grohnde und im hessischen Biblis eine entsprechende Anlage.

Die Einrichtung soll im Alarmfall das Kraftwerksgelände innerhalb kurzer Zeit in Nebel einhüllen. Damit soll verhindert werden, dass Terrorpiloten ein Flugzeug zielgenau in einen Reaktor steuern und so eine Katastrophe auslösen können. Die Kosten pro Kraftwerk, angeblich ein zweistelliger Millionenbetrag, tragen die Betreiber, im konkreten Fall die EnBW. Der Karlsruher Energiekonzern wollte sich nicht zu den Plänen äußern. "Zu Maßnahmen der Objektsicherung geben wir in der Öffentlichkeit keine Stellungnahme ab", sagte ein Konzernsprecher der Zeitung.

Die Reaktoren in Philippsburg gelten wegen ihrer topografischen Lage und ihrer Form als besonders verletzlich. Aufgrund der Größe des Kraftwerkgeländes und wegen einer neu entwickelten Technik habe es aber Verzögerungen bei der Genehmigung der Anlage gegeben, sagte der Ministeriumssprecher. Das Umweltministerium hatte den Bau der Anlage bereits für das vergangene Jahr angekündigt. Auch die beiden Reaktoren in Neckarwestheim (Kreis Heilbronn) sollen in den kommenden Jahren eine Vernebelungsanlage erhalten. Der genaue Zeitpunkt sei aber noch unklar.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Hochspannungsleitung

    EnBW bereitet Abriss ausgedienter Atommeiler vor

    Gut 14 Monate nach ihrer Stilllegung bereitet der Energiekonzern EnBW den Rückbau ausgedienter Atommeiler vor. "In Kürze" werde das Unternehmen damit beginnen, die Zellenkühltürme von Block I des Kernkraftwerks Neckarwestheim bei Heilbronn zu demontieren. Zudem gehen die Arbeiten in Philippsburg und Obrigheim weiter.

  • Hochspannungsmasten

    Mannheimer Kohlekraftwerk soll Stromengpässe ausgleichen

    Die vieldiskutierte Kaltreserve steht vielleicht doch auf fossilen und nicht auf atomaren Beinen: Das Großkraftwerk Mannheim (GKM) könnte möglicherweise zur Schließung von Stromversorgungslücken nach der Abschaltung von acht deutschen Atomkraftwerken herhalten.

  • Strompreise

    Mappus erwartet "klares Signal" von Merkel im Atomstreit

    Im Streit um die Abschaltung des Kernkraftwerks Neckarwestheim I erwartet Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus Rückendeckung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU). Hintergrund: Die Reststrommenge des Meilers ist fast aufgebraucht.

  • Strom sparen

    Neckarwestheim-Verlängerung bereits fest eingeplant

    Die Laufzeitverlängerung des Atomkraftwerks Neckarwestheim I sei im Haushalt der Landesregierung mit zwei Millionen Euro bereits fest eingeplant. Dies sagte ein Sprecher des baden-württembergischen Umweltministeriums am Montag auf ddp-Anfrage.

  • Stromtarife

    Länder mit Atomstandorten formieren sich gegen Röttgen

    Bayern, Baden-Württemberg und Hessen, allesamt Länder mit Kernkraftstandorten, bieten Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) im aktuellen Atomstreit die Stirn. NRW-Ministerpräsident hingegen Jürgen Rüttgers stellte sich hinter seinen Parteikollegen.

Top