Kritik

Aktionäre fordern von Siemens Stopp des russischen Atom-Engagements

Der Dachverband der Kritischen Aktionäre fordert vom Siemens-Konzern ein Ende der Zusammenarbeit mit dem russischen Atomkonzern Rosatom. Dies sei eine insgesamt höchst widersprüchlichen Unternehmenspolitik, so der Verband.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Köln (ddp/red) - Die Fortsetzung der Kohleverstromung und die Ausweitung des Atomgeschäfts stehe im Widerspruch zum Ausbau der Sparte Windenergie und dem Wiedereinstieg in die jahrelang nicht beachtete Solartechnologie. "Der Siemens-Vorstand ist sehr darum bemüht, sich ein grünes Mäntelchen umzuhängen", kritisierte Verbandsmitglied Karl Kerschgens. "Siemens fördert den Umstieg auf erneuerbare Energiequellen und trägt gleichzeitig zur Aufheizung der Atmosphäre und zur Erhöhung atomarer Risiken bei", fügte er hinzu.

Eine mögliche Beteiligung an Rosatom sei riskant und enthalte viele Unwägbarkeiten, kritisierte Verbandsgeschäftsführer Markus Dufner. Rosatom befinde sich in der Hand des russischen Staates und sei für den gesamten russischen Nuklearkomplex zuständig. Das Unternehmen betreibe 15 Atomkraftwerke des Tschernobyl-Typs und schrecke nicht davor zurück, AKW in durch Erdbeben gefährdeten Gebieten zu bauen. Zudem arbeite Rosatom mit dem Iran zusammen.

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