Energiepflanzen

Aigner will Strom aus Biomasse bis 2020 verdoppeln

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner will die Biostromgewinnung bis zum Jahr 2020 drastisch steigern. Die Anbaufläche für Energiepflanzen könne in Deutschland von derzeit 1,8 Millionen "auf etwa drei Millionen Hektar erweitert werden", sagte die CSU-Politikerin der "Passauer Neuen Presse".

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Theoretisch könne dadurch Biostrom mit einem Volumen von über 45 Terrawattstunden pro Jahr erzeugt werden. "Diese Kapazität entspricht fast einem Drittel der Strommenge, die 2010 von allen 17 Kernkraftwerken in Deutschland erzeugt wurde", erläuterte Aigner.

Biostrom ohne Abstriche bei Lebensmittelproduktion

Mehr als 65 Prozent der erneuerbaren Energien stammten bereits heute aus Biomasse, der Rest werde aus Wind, Wasser und Sonne erzeugt. "Landwirte werden in Zukunft auch immer mehr zu Energiewirten - und das, ohne bei der Lebensmittel- und Futterproduktion große Abstriche zu machen", sagte die Ministerin. Die derzeitige Anbaufläche von Energiepflanzen entspreche einem Anteil von 15 Prozent der Gesamtanbaufläche von 12 Millionen Hektar.

Aigner: Teller hat immer Vorrang vor Tank

Aigner schränkte ein: "Grundsätzlich gilt immer, dass der Anbau von Nahrungsmitteln Vorrang haben muss vor dem Anbau von Energiepflanzen. Teller und Tank sind durchaus miteinander in Einklang zu bringen."

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