AgV gegen Wechselgebühren für Stromkunden

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Als "indiskutabel und absurd" hat die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) den - mittlerweile schon widerrufenen - SPD-Vorschlag bezeichnet, Wechselgebühren für Stromkunden einzuführen. Auf dem liberalisierten Strommarkt, so der in Bonn ansässige Interessenverband, müssten Verbraucher nicht vor Dumpingangeboten geschützt werden, sondern vor weiteren Hürden im Wettbewerb. Für private Kunden gebe es hier ohnehin noch zu viele Hemmnisse.


Die Mehrzahl der privaten Haushalte würde auch heute noch fast überall die alten Monopolpreise zahlen müssen. Schuld daran seien die Regeln über die Stromdurchleitung, die Energiewirtschaft und Industrie untereinander ausgehandelt haben. Diese Abmachungen müssten schleunigst verbessert werden, damit private Kunden und kleine, umweltfreundliche Erzeuger nicht länger benachteiligt würden. In diesem Sinne brauche man mehr Wettbewerb - und nicht weniger. Es gebe keinen vernünftigen Grund dafür, die Stadtwerke aus dem liberalisierten Markt herauszuhalten. Erforderlich seien marktkonforme Regeln, die umweltfreundlich erzeugtem Strom - sei es aus Solar- oder Windenergie oder auch aus Kraft-Wärme-Kopplung - faire Marktchancen bieten.


Die Verbände aus Stromwirtschaft und Industrie hätten zugesagt, ihre Vereinbarung zur Stromdurchleitung bis Ende September zu verbessern. Derzeit sei es allerdings zweifelhaft, ob sie diese Zusage auch einhalten könnten. Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen mit einer vernünftigen Preisgestaltung für die Durchleitung, die kleine Anbieter nicht benachteiligt, dürfe aber auf keinen Fall auf die lange Bank geschoben werden, so die AgV. Die Verbraucher müssten von Preissenkungen auf dem Strommarkt profitieren können und die Möglichkeit erhalten, sich für umweltfreundlichen Strom zu vertretbaren Preisen zu entscheiden.

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