Verbraucherzentrale

Ärger um Tarifumstellung bei Tele Columbus

Der Kabelanbieter Tele Columbus hat einige alte Tarife eingestellt und den Nutzern gekündigt. Nach Ansicht von Verbraucherschützern ist das jedoch nicht zulässig, da es sich um eine einseitige Vertragsänderung handele.

Vertragsunterzeichnung© Corgarashu / Fotolia.com

Berlin/Leipzig (dpa/tmn/red) - Der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus hat Altverträge, die nur den Internet-Zugang enthielten, in ein teureres Angebot mit Telefon-Flatrate überführt - nach Auffassung von Verbraucherschützern allerdings einseitig und unwirksam. Betroffene Kunden sollten schriftlich auf die Unwirksamkeit der Umstellung hinweisen und weiter nur den alten Preis zahlen, rät die Verbraucherzentrale Sachsen. Einzugsermächtigungen gelte es zu widerrufen oder nur in Höhe des alten Preises zu erteilen. Dieser liegt in den meisten Fällen bei 14,99 Euro monatlich. Alternativ hätten Kunden durch die Tarifänderung die Möglichkeit einer Sonderkündigung.

Was sagt Tele Columbus?

"Im Rahmen einer Bereinigung des Produktportfolios wurden zum 1. Mai einzelne alte, seit langem nicht mehr buchbare Internet-Tarife mit geringen Übertragungsgeschwindigkeiten vollständig eingestellt und die entsprechenden Kunden per Anschreiben informiert", heißt es dazu bei Tele Columbus. "Eine Versorgung der Kunden zum alten Tarif ist nicht möglich." Betroffene erhielten fortan eine schnellere Internetflatrate mit bis zu 16 Megabit inklusive Telefonflatrate für 19,99 Euro monatlich. "Dabei räumen wir selbstverständlich ein Sonderkündigungsrecht von vier Wochen nach der Umstellung ein."

Verbraucherzentrale: Einseitige Änderung nicht zulässig

Das Schreiben mit der Ankündigung der Tarifumstellung zum 1. Mai ist den Verbraucherschützern zufolge Mitte April verschickt worden - mit einer kaum zweiwöchigen Frist. Für einen wirksamen Tarifwechsel hätte Tele Columbus die Verträge fristgemäß kündigen müssen. Und bei Laufzeitverträgen sei ohnehin das Ende der Laufzeit abzuwarten gewesen. Wesentliche Änderungen in einem laufenden Vertrag könne ein Anbieter nicht einfach ohne Einbeziehung des Kunden vornehmen.

Anschluss kann einfach weitergenutzt werden

"Da die Kunden für diese Umstellung nichts unternehmen müssen, sondern ihren Anschluss mit dem verbesserten Leistungsangebot ohne Unterbrechung einfach weiternutzen können, erfolgte die Information nicht mit langem Vorlauf, sondern transparent und zeitnah vor dem Umstellungstermin", rechtfertigt Tele Columbus sein Vorgehen. Das Unternehmen ist schwerpunktmäßig in ostdeutschen Bundesländern, aber auch in Teilen Nordrhein-Westfalens aktiv.

Quelle: DPA

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