Abzocke

ADAC warnt vor unseriöser Autoumrüstung auf Gas

Der Automobilclub ADAC warnt dieser Tage vor einem Angebot im Internet, das Autobesitzern eine Umrüstung ihres Wagens von Benzin- auf Flüsiggasantrieb für knapp 100 Euro verspricht. Eine derartige Umrüstung sei zwar empfehlenswert, koste aber bei einem seriösen Händler zwischen 1800 und 3500 Euro.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

München (ddp/sm) - Mit einer neuen Werbemasche versuchen offenbar Abzocker, Autobesitzern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Angesichts hoher Spritpreise werde im Internet für die Umrüstung von Benzin-Antrieb auf Flüssiggas geworben, berichtet der ADAC. Für sensationell günstige 89,90 Euro bekomme man angeblich eine komplette Umrüstung.

Zu diesem Preis sei jedoch mit größter Wahrscheinlichkeit kein Umbau zu bekommen, warnt der Autoclub. Denn das Ganze hänge davon ab, ob eine Umbaufirma als Werbepartner gefunden wird. Die Umrüstung von Benzin auf Flüssiggas sei je nach Fahrzeug und dessen Nutzung zwar durchaus empfehlenswert und könne dazu beitragen, die Mobilitätskosten langfristig zu senken, betont der ADAC. Sie koste aber bei einem seriösen Händler zwischen 1800 und 3500 Euro.

Die Initiatoren der Werbeaktion machen laut ADAC zur einzigen Umbau-Auflage, dass das Auto für Werbezwecke zur Verfügung stehen müsse. Lese man aber in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) das Kleingedruckte, sehe die Sache schon etwas anders aus. Denn dort gehe es zunächst nur um die Aufnahme in eine Kundendatei, die 39,90 Euro koste. Danach beginne eine zwölfmonatige Vertragslaufzeit, in der ein Unternehmen gefunden werden soll, das mit Gas ausgerüstete Fahrzeuge anbietet, den Umbau vornimmt und als Werbepartner auftritt. Einen Anspruch auf erfolgreiche Vermittlung besitze der Kunde jedoch nicht. Komme während der einjährigen Vertragslaufzeit tatsächlich ein Abkommen mit einem Umrüstbetrieb zustande, sei noch eine Vermittlungsprovision von 50 Euro zu zahlen.

Der Autoclub verweist auf mehrfache Berichte, wie sich Firmen mit so genannten Aufnahmegebühren bereichern. Für diese nähmen sie nur den Eintrag in eine Datenbank vor, eine weitere Vermittlung erfolge aber nicht. Auch jetzt bestehe der Verdacht, dass es dem Internetanbieter nur darum gehe, Gebühren zu kassieren. ADAC-Juristen halten dessen Aussagen für wettbewerbswidrig und wollen dagegen vorgehen.

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