Preissteigerungen

Ackerflächen in Ostdeutschland so teuer wie noch nie

In dieser Woche wollen die Agrar- und Finanzminister des Bundes und der ostdeutschen Länder über die Privatisierung staatlicher Agrarflächen entscheiden.

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In dieser Woche wollen die Agrar- und Finanzminister des Bundes und der ostdeutschen Länder über die Privatisierung staatlicher Agrarflächen entscheiden. Es besteht offenbar dringender Handlungsbedarf, denn die Preise für Ackerflächen sind insbesondere in den Agrarländern Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt sowie in Teilen Brandenburgs regelrecht explodiert.

Kleine Betriebe schauen in die Röhre

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) schreibt dem Treffen grundsätzliche Bedeutung für die weitere Entwicklung des ländlichen Raums und einer wettbewerbsfähigen, in der Region verankerten Landwirtschaft zu. Die Flächenprivatisierung verfolgt man mit Sorge, denn ein zunehmend spekulativer Andrang auf landwirtschaftliche Flächen führt zu stark steigenden Bodenpreisen. So würden Großbetrieben und außerlandwirtschaftlichen Investoren kurzfristige Gewinne ermöglicht,  kleinere Betriebe schauten meist in die Röhre.

Ex-DDR-Ackerflächen werden zum Spekulationsobjekt

Wichtig zu wissen: Bei der Privatisierung der ehemaligen DDR-Ackerflächen, die die Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) im Auftrag des Bundes verpachtet und veräußert, entscheidet die Politik selbst und direkt über die einzuschlagende Richtung. Laut NABU sei in der Brandenburger Koalitionsvereinbarung festgeschrieben worden, dass sich die Privatisierungspraxis landwirtschaftlicher Flächen durch die BVVG am Ziel des Erhalts gewachsener landwirtschaftlicher Strukturen und wettbewerbsfähiger Betriebe auszurichten habe. Die Naturschützer fordern die Minister im Land auf, sich dafür einzusetzen, dass die Ausschreibungsbedingungen der BVVG so geändert werden, dass kleine und mittlere Landwirtschaftsbetriebe bevorzugt zum Zuge kommen können.

Weiter große Unterschiede zwischen West und Ost

Die von Sachsen-Anhalts Agrarminister Hermann Onko Aeikens kürzlich genannten Zahlen sind indes wirklich alarmierend: In Ostdeutschland seien die Preise für Ackerland seit 2006 um 132 Prozent gestiegen - in Westdeutschland betrug die Steigerung übrigens laut Aeikens nur 19 Prozent. Da die Äcker trotz dieser Preissteigerung im Osten aber immer noch viel billiger sind als im Westen, wurden sie zu einem begehrten Spekulationsobjekt.

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